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Sportentwicklung: Kindergruppen als Grundlage für Mitgliedergewinnung

Tischtennis für Kinder von 2 bis 9 Jahren

Die Turnvereine machen es vor: Kinderturnen mit Eltern. Jetzt kam auch ein Tischtennisverein mit seinen Verantwortlichen auf diese Idee. „Wir trauen uns nicht an das Kindergarten-Alter heran“, kritisiert Bernd Krey, hauptberuflicher Tischtennistrainer und Leiter zahlreicher Trainingsgruppen das Prozedere in Tischtennisklubs. „Es ist eine ganz andere Art von Training“, führt Krey aus. „Mit der neuen Kindergruppe Tischtennis schaffen wir im Verein ein neues Angebot. Seit Sommer 2022 hat der TSV Gaildorf so 25 junge Mitglieder fürs Tischtennis gewonnen.“ Seine Motivation: Einen Unterbau für die bereits bestehende Trainingsgruppe schaffen, zudem ist die eigene fünfjährige Tochter und der dreijährige Sohn Mitglied der Kindergruppe.

Tischtennis ganz anders

Ein ganz normales Jugendtraining: Aufwärmen, Übungen spielen, etwas Balleimer, ein Wettkampf. Doch in Gaildorf ist einmal in der Woche von 16 bis 17 Uhr alles ganz anders. 20-30 Kinder kommen zum Spiel mit dem kleinen Ball und dem großen Sport. Eine Mutter und eine Erzieherin, die mal Tischtennisspielerin war, decken den pädagogischen Teil ab, Trainer Bernd Krey leitet die Stunde als Tischtennis-Fachmann.

Wie wurde die Gruppe so groß? Dazu Bernd Krey: „Mädchen bringen Freundinnen mit, Jungen finden Freunde in dieser Gruppe.“ Und was wird den Kindern geboten? „Zuerst mal geht es darum, den Ball zu rollen, zu balancieren und miteinander zu spielen. Anreize können sein: Wer schafft es zweimal?“ Alles findet zunächst nur mit dem Ball, erst später mit Ball UND Schläger statt.

Bereicherung für die Jugendarbeit

Es ist ein zusätzliches Angebot. Der TSV Gaildorf hat derzeit (nur) zwei Jugend-Mannschaften. „Vor Corona waren es mal 8 Teams“, erinnert sich Krey. Dreimal die Woche gibt es Jugendtraining – und jetzt eben noch diese Gruppe für Kleinkinder. Und diese altersgerechte Betreuung kommt sehr gut an, die vielen Kinder beweisen es. Ein weiterer Aspekt: „Wir haben Eltern als Helfer, die mit uns aufbauen.“ Dazu hat sich eine aktive Spielerin jetzt bereiterklärt, mit den fortgeschrittenen Kindern zu spielen. Schließlich haben sich 10- bis 13-jährige Mitglieder bereit erklärt, als Co-Trainer mitzuwirken. Es ist also ein vielfacher Gewinn für die Jugendarbeit des Vereins: Neben einem riesigen Potential an neuen jungen Mitgliedern werden auch Eltern als Helfer und möglicherweise neue Trainer gewonnen.  Das ist mehr als eine Bereicherung.

Perspektive für Kinder und Verein

Die Trainingsgruppe soll jetzt gesplittet werden. Zukünftig wird in zweimal 45 Minuten trainiert, in der ersten Gruppe ca. 10-15 jüngere Kinder, in der zweiten ca. 10-15 ältere Kinder. „Das ist dann eine Chance. Wir können dann die Schwierigkeit der Übungen schrittweise steigern, die älteren Kinder sollen mehr am Tisch spielen können.“ Schließlich gibt es ein Ziel: „Wir wollen weitere Jugend-Mannschaften anmelden, etwas aufbauen“, so Bernd Krey. Dabei erhält er Zustimmung vom Gesamtverein des TSV. Dessen 1. Vorsitzender Udo Pätzold meinte jüngst: „Bernd, wenn Du etwas brauchst, melde Dich!“ Über diese nicht nur moralische Unterstützung ist Bernd Krey sehr froh und blickt in die Zukunft: „Was wir da machen, ist ein Experiment … nach dem Eltern-Kind-Turnen, vor dem Fußball. Irgendwann prüfen wir, ob das ganze Projekt erfolgreich war.“ Gut denkbar, dass sich spätestens dann andere Vereine vornehmen, dieses Projekt für Kindergarten-Kinder nachzuahmen …

Thomas Walter

Trainer Bernd Krey

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