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Senioren-WM in Maskat (Oman), 15. bis 21. Januar (3. Teil)

Hintergrundbericht: Der Jettinger Olaf Kath feierte internationales Debüt

Olaf Kath mit zwei seiner Gruppengegner: Paul Ehrlich (Mitte) und ein Inder

Sport, Kultur – und viele neue Bekanntschaften

Es gehörte in diesen Tagen schon ein wenig Glück dazu, Olaf Kath zuhause anzutreffen, um sich mit ihm über sein Debüt bei den Senioren-Weltmeisterschaften im Oman zu unterhalten. Der 64-jährige, gerade aus dem Sultanat im heimischen Jettingen angekommen, sitzt quasi auf den Koffern. „Die Urlaubsrundreise nach Vietnam und Kambodscha hatte ich bereits in der Vor-Corona-Zeit gebucht, nun war’s halt terminlich ein bisschen eng.“

Eine Situation, die Olaf Kath aus früheren, hauptsächlich beruflichen Zeiten zur Genüge kennt und die ihn jetzt nicht sonderlich belastet. „Ich bin schon viel in der Welt herumgekommen, genau genommen in 55 Staaten“, sagt der weiterhin umtriebige Rentner und erzählt von Trips nach Japan, Südkorea, in den Iran oder ins Outback nach Brasilien.

Der Oman ist nun also ein weiteres Land, das er seiner Liste hinzufügen konnte. „Ich wollte eigentlich schon bei den Europameisterschaften in Rimini mitmachen, nachdem mich einige altbekannte Tischtennisfreunde angestachelt hatten“, erzählt der Kreisklasse- und Seniorenspieler des VfL Oberjettingen, „aber das habe ich irgendwie versemmelt.“ Zu den Weltmeisterschaften im Oman, zu denen man sich ebenfalls ohne eine bestimmte sportliche Vorab-Qualifikation anmelden konnte, klappte es dann endlich mit dem Debüt auf internationalem Tischtennisparkett. „Der Trip hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt“, zeigte sich Olaf Kath nach seiner einwöchigen Stippvisite begeistert. So sei es „äußerst beeindruckend“ gewesen, die Hauptstadt Maskat mit der Großen Sultan-Qabus-Moschee und dem Sultanspalast kennenzulernen, außerdem die Altstadt mit den zahlreichen „Souks“, den Märkten, in denen das traditionelle Leben stattfindet.

Kultur ist das eine, der Sport das andere. „Man lernte so viele Leute kennen“, sagt Olaf Kath. Schon auf der Straße, wo man die WM-Teilnehmer schon an der Sportkleidung ausmachte, fanden ungezwungene Gespräche statt. Was bei 1200 Teilnehmern aus 69 Nationen, die allesamt in den umliegenden Hotels untergebracht waren, keineswegs verwundert. „Die Veranstaltung im Messe-Center, irgendwo im Nirgendwo, war sehr gut organisiert, es herrschte eine tolle Atmosphäre unter allen Teilnehmern abseits jeglicher politischer Herausforderungen, die es sonst weltweit zu meistern gilt. Und es war einfach toll, mal internationale Gegner am Tisch zu haben.“

Da die Gesamtteilnehmerzahl entgegen früherer Veranstaltungen deutlich geringer war, entschieden sich die Turnierverantwortlichen kurzfristig, den Mixed-Wettbewerb ins Programm aufzunehmen. Mit Mixed-Partnerin Freia Runge (TSV Lunestedt) schaffte es Olaf Kath in der Altersklasse 60 bis ins Halbfinale der Trostrunde, dem sogenannten Consolation Cup, wo es ausgerechnet gegen das Gärtringer Ehepaar Anka und Michael Mutke eine Niederlage setzte. Im Doppel mit dem Westfalen Gerd Wiechert klappte es mit dem Sprung in die zweite Hauptrunde. „Immerhin gehören wir damit zu den besten 16 Doppeln der Welt“, brachte es Olaf Kath auf den Punkt. In der Einzelkonkurrenz musste der Jettinger gegen Kontrahenten aus Indien und Frankreich an. Einer davon war Paul Ehrlich, der Großneffe des dreimaligen Vizeweltmeisters Alex Ehrlich aus Frankreich, der zudem für seinen über zwei Stunden dauernden Ballwechsel (!) mit dem Abwehrspieler Farkas Paneth bei den Mannschafts-Weltmeisterschaften 1936 Berühmtheit erlangte. Gemäß damaligen Berichten wurden während dieses längsten Ballwechsels der Tischtennis-Geschichte zehn Schiedsrichter ausgewechselt.

Dem Schiedsrichterwesen ist Olaf Kath bereits seit 45 Jahren treu. Schon bei seinem Heimatverein, dem MTV Itzehoe, hatte er Kontakte zum Spitzensport. Studienbedingt zog es den Informatiker in den Süden, spielte dort beim Post SV Karlsruhe. Mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau wurde dann in den Kreis Böblingen umgesiedelt, wo er im Tischtennisbezirk seit vielen Jahren als zuverlässiger Referee im Einsatz ist. Zudem ist der ehemalige IT-Infrastrukturmanager eines großen Automobilkonzerns für den Tischtennisverband (TTBW) als EDV-Fachmann im Landesverbandsausschuss ehrenamtlich aktiv. Als zertifizierter Schiedsrichter hatte Olaf Kath im Oman ein „spezielles Auge“ auf die dort eingeteilten Unparteiischen. „Das war nicht immer gut, ich setze da recht hohe Maßstäbe an“, sagt er mit einem Lächeln, „da waren überwiegend ungeprüfte Schiedsrichter im Einsatz und ich sah, dass es an der einen oder anderen kritischen Stelle im Turnier Diskussionsbedarf gab. Aber das lief alles im ordentlichen Rahmen ab.“
Fakt ist: Olaf Kath ist, was die internationalen Wettbewerbe im Seniorenbereich anbetrifft, auf den Geschmack gekommen. Und so wird er sich – im Gegensatz zu Rimini – die kommenden Europameisterschaften nicht entgegen lassen. „Die Reise ins norwegische Sandefjord ist schon mal gebucht.“

Olaf Kath mit seiner Mixed-Partnerin Freia Runge (TSV Lunestedt/Niedersachsen) und dem Gärtringer Tischtennis-Ehepaar Anka und Michael Mutke
Das Team Bezirk BB zeigt von links nach rechts: Rainer Stolz (SV Rohrau), Olaf Kath (VfL Oberjettingen), Maskottchen „Wüstenluchs“, Anka Mutke, Michael Mutke (beide TTV Gärtringen), Gerd Arnold (SV Böblingen), Horst Grünewald (SV Rohrau).
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