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Sportentwicklung   Pressemitteilung  

Mit vereinten Kräften in eine bessere Tischtennis-Zukunft

TTBW investiert 100 000 Euro für Zwei-Jahres-Projekt zur Mitgliedergewinnung

Volle Hallen, wie hier beim Finale der Mini-Meisterschaften ist das Ziel des neuen Projekts.

Der offizielle Startschuss ist erfolgt, Tischtennis Baden-Württemberg setzt zur großen Mitgliederoffensive an! Im Rahmen eines langfristig angelegten Projekts nimmt sich der baden-württembergische Tischtennisverband nun verstärkt – und mehr denn je - dem Thema Mitgliedergewinnung an. Getreu der Devise „Gemeinsam sind wir stark“ werden in Kooperation mit den 21 Bezirken und ihren zugehörigen Vereinen nunmehr die Kräfte gebündelt. Auch auf finanzieller Ebene: Im Bereich der Sportentwicklung wurden 100 000 Euro für das auf zwei Jahre angesetzte Großprojekt freigegeben.

Quo vadis Tischtennis? Leere Sporthallen „dank“ Corona, Mannschafts- und Mitgliederrückgänge allenthalben, große Defizite vor allem im Nachwuchsbereich – wohin führt der Weg des Tischtennissports in den kommenden Jahren? Mit dieser Frage wurden zuletzt wohl viele Anhänger des schnellen Sports mit dem kleinen Ball konfrontiert. Auch im TTBW-Präsidium und auf der Verbandsgeschäftsstelle läuteten angesichts dieser mauen Aussichten zuletzt die Alarmglocken. „Die Corona-Krise hat unseren Sport seit März vergangenen Jahres extrem belastet“, sagt Markus Senft. Der Verbandsreferent für Sportentwicklung und Finanzen legte dem Präsidium in einem Online-Impulsvortrag im April die missliche Situation dar. „In Zeiten der Pandemie war es kaum möglich, irgendwelche Sportentwicklungsmaßnahmen durchzuführen“, so Markus Senft, „und wenn man mal etwas im Detail geplant hatte, konnte es aus bekannten Gründen nicht umgesetzt werden.“ Aber nicht nur dem Verband, auch den Bezirken und Vereinen waren zuletzt über einen längeren Zeitraum die Hände gebunden.

Die unbefriedigende Situation stieß auch Frank Tartsch sauer auf. Zudem gingen dem Vizepräsidenten Finanzen immer wieder die hohen Rücklagen der Bezirke durch den Kopf, die sich in der Corona-Zeit deutlich erhöht haben und durchaus die Gefahr des Verlusts der Gemeinnützigkeit in sich bergen. „Die Gelder auf den jeweiligen Sparbüchern bringen zum einen keine Zinsen und erst recht keine zusätzlichen Mädchen und Jungen in unsere Sporthallen“, stellt Tartsch klar. Mehr und mehr reifte bei den Verantwortlichen die Idee, das vorhandene Geld nicht im Gießkannenprinzip an die Vereine weiterzuleiten (Tartsch: „Hundert Euro bringen einen einzelnen Verein nicht voran“), sondern gezielt für die Sportentwicklung und die Gewinnung von Mitgliedern einzusetzen. Ende April, in der Sitzung des Landesverbandsausschusses, erhielten die Projektinitiatoren die finanzielle Freigabe - mit 80 000 Euro aus den Bezirksrücklagen und weiteren 20 000 Euro aus dem Verbandssäckel.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, meint Markus Senft bezogen auf ein mögliches Ende der leidigen Corona-Pandemie und der Aussicht, dass ein regulärer Sportbetrieb im zweiten Halbjahr wieder möglich sein sollte. „Das Sportangebot ist vielfältig und nach Corona wollen alle Verbände den Mitgliederrückgang stoppen. Nun geht es um nachhaltige Mitgliedergewinnung und das in jedem Bezirk und in jeder Ecke des Verbands.“ Genauso wie Markus Senft und Frank Tartsch ist sich auch Stefan Schweiß, Vizepräsident Sportentwicklung, bewusst, dass der Verband vorwiegend die Projektkoordination übernehmen und mit dem vorhandenen Know-How die Bezirke initial unterstützen kann. „Jeder Bezirk hat seine eigenen Ansprüche und Herausforderungen, hierbei will der Verband keine Projekte strikt vorgeben. Die anfängliche Betreuung und spätere Evaluierung sehen wir als unsere wichtigen Aufgaben an“, legt Stefan Schweiß unter anderem Wert auf eine Messbarkeit des Projekts. „Die Bezirke und Vereine sind ebenso in der Pflicht. Es muss nicht alles neu erfunden werden, viele Ansätze sind bereits vorhanden. Letztendlich entscheidet die Basis über ihre individuellen Projekte zur Mitgliedergewinnung“, bekräftigt Stefan Schweiß.

Diese sollen sich im ersten Schritt auf den Nachwuchsbereich konzentrieren. Mini-Meisterschaften, Tischtennis-Sportabzeichen, Schul-AG’s, TTBW on tour sind dabei Schlagworte, die jedem Tischtennisfunktionär schon einmal zu Ohren gekommen sind. „Wir freuen uns natürlich über weitere Ideengeber, das Ganze soll auf möglichst breite Füße gestellt werden“, sagt Stefan Schweiß, der zuversichtlich ist, dass sich das umfangreiche Gesamtprojekt zu einer „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten – Vereine, Bezirke und Verband - entwickelt.

Zwar gilt das Hauptaugenmerk zum Projektstart dem Nachwuchs, später sollen laut Frank Tartsch aber auch die Freizeitsportler/innen sowie die Seniorinnen und Senioren verstärkt ins Blickfeld rücken. Wie vielfältig sich die Gesamtinitiative gestalten wird, lässt sich an weiteren Punkten einordnen: So wird im Verband eine Projektgruppe etabliert, ein Student wird dabei im Rahmen seiner Masterarbeit das Projekt unterstützen, es sollen in diversen Gemeinden zusätzliche Outdoor-Tische installiert werden und die Bundesligavereine in Baden-Württemberg sollen ebenfalls aktiv mit eingebunden werden.

Im nächsten Schritt werden die TTBW-Verantwortlichen auf die Bezirke zugehen, unter anderem an den kommenden Bezirkstagen. Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen sollen erste Projekte festgelegt werden, der Verband wird dabei mit entsprechendem Personal unterstützend mitwirken. „Erste fundierte Gespräche fanden bereits mit dem Bezirk Donau statt, und weitere stehen schon in den Startlöchern“, zeigt sich Markus Senft erfreut.

Bei allen Gedankenspielen im Vorfeld, ein offener Punkt konnte bislang noch nicht abgearbeitet werden. „Wir sind noch auf der Suche nach einem Projektnamen“, bekennt Markus Senft, der diesbezüglich Kontakt mit dem TTBW-JuniorTeam aufgenommen hat. „Wer eine Idee hat, darf sich gerne an die Geschäftsstelle wenden. So oder so, dieser Aktionspunkt wird sicherlich bald von der Agenda verschwinden.“

Bericht: Thomas Holzapfel

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