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Fusion  

„Kleine“ Fusion der Tischtennisverbände Südbaden und Württemberg

Am 29. Juni kam es zum „Showdown“: Nach gut zwei Jahren der Vorbereitung stimmten die Wahlberechtigten über die Verschmelzung der drei Tischtennis-Landesverbände zu einem gemeinsamen Verband Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW) ab. Ort des Geschehens: Die drei Verbandstage in Ettlingenweier (Baden), Ottenau (Südbaden) und Gerlingen (Württemberg-Hohenzollern). Die Wahlberechtigten: In Baden und Südbaden waren neben dem Vorstand die Abteilungsleiter der jeweils gut 200 Vereine stimmberechtigt. 80 % JA-Stimmen fordern die Satzungen hier für eine Zusammenführung. In Württemberg gaben 132 Vorstandsmitglieder und Delegierte aus den Bezirken ihre Stimme ab. Die Hürde liegt hier bei 75 %.

Abstimmungsergebnisse

Am Nachmittag dieses für den Tischtennissport im „Ländle“ historischen Samstages stand fest: Südbaden 100 % JA, Württemberg 97,8 % JA, Baden 63 % JA – zu wenig. Die Fusion zu einem großen Verband ist damit gescheitert. Die Mitarbeiter für eine Fusion hatten sich ein anderes Ergebnis gewünscht. Und dennoch: Ein Zusammenschluss zwischen den Tischtennisverbänden Südbaden und Württemberg-Hohenzollern steht zum 1.01.2020 bevor. Es ist die „kleine“ Lösung – gleichzeitig der erste Schritt.

Vorbereitung und Arbeit

Zweieinhalb Jahre lang wurde vorgearbeitet. Viele Mitarbeiter waren beteiligt. In elf Arbeitskreisen suchten jeweils Ehrenamtliche der drei Verbände nach Kompromissen, um die Ordnungen zu entwerfen und Strukturen für die künftigen Ressorts zu legen. Eine TTBW-Homepage wurde installiert. Ein Lenkungsausschuss koordinierte die Aufgaben. Und Dirk Lion, hauptamtlicher Referent, sorgte für die Umsetzung und Veröffentlichung. Die Arbeit trug Früchte - nachhaltig. Denn unabhängig vom Abstimmungs-Ergebnis wurden in vielen Bereichen und bei vielen Themen Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. Funktionäre der drei Landesverbände stimmten sich ab. Diese Resultate können auf der Haben-Seite verbucht werden. Sie liegen zur Verwendung bereit.

Blick nach vorne

Südbaden und Württemberg-Hohenzollern haben mit einer überwältigenden Mehrheit für die Fusion gestimmt. Das war in dieser Höhe nicht zu erwarten. Es sind zwei starke Partner – im Sinne einer überzeugten Mehrheit, den richtigen gemeinsamen Weg zu gehen. Auf dieser Basis, ja auf diesem Fundament der Überzeugung, ist eine sehr gute Sacharbeit möglich. Die ist auch notwendig, denn jetzt muss neu geplant werden. Die von drei Landesverbänden vorbereiteten Entwürfe müssen für die Bedürfnisse von zwei Verbänden überarbeitet werden. Alle Mitarbeiter dieser Verbände wollen die Fusion. So lassen sich Hürden auf dem Weg, wie Meinungsverschiedenheiten, in der Sache mit (Sprung-)Kraft überwinden. Detail-Probleme können mit Hilfe von Kompromissen gelöst werden.

Es gilt, durch Leistung zu überzeugen. Erstes Beispiel: Die Vertreter der Sportentwicklung aus Südbaden und Württemberg arbeiteten in der Woche nach dem Verbandstag das gemeinsame Konzept aus – und wurde zwischen Ehren- und Hauptamt bereits abgesegnet. Die Struktur des Verbandes und der Tischtennissport an sich haben Vorfahrt. Einzelfälle und Personal stehen hintenan. Sie sind einem Wandel ausgesetzt, ebenso wie Verbände.

Thomas Walter, Geschäftsführer Tischtennis Baden-Württemberg

 

Stimmen

Horst Haferkamp, Präsident des Südbadischen Tischtennisverbandes

„Nach der Mitgliederversammlung kann ich meinen Stolz über die 100 %-ige Zustimmung unserer Mitglieder zur Verschmelzung nicht verhehlen. Gleichzeitig sind wir über die zu geringe Stimmenzahl in Baden enttäuscht. Leider ist es nach 1995 zum zweiten Mal nicht gelungen, alle drei Verbände unter einen Hut zu bekommen. Der Unterschied zu damals ist nur, dass diesmal die Verschmelzung bei Zustimmung von mindestens zwei Verbänden beschlossen wurde.“

Ein konstruktiver Weg und die Perspektive, mit zeitlicher Verzögerung doch noch zum Ziel zu kommen, wäre jedoch in seinem Sinne: „Ich wünsche mir nun eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im neuen Verband und dass Baden vielleicht doch in absehbarer Zeit dazu stößt.“

Klaus Hilpp, Präsident des Badischen Tischtennisverbandes

„Wir haben in der Mitgliederversammlung leider nur knapp 2/3 der Delegiertenstimmen bei der Abstimmung zur Verschmelzung erhalten. Damit wurden die erforderlichen 80 % deutlich verfehlt. Ich bin enttäuscht, dass wir nicht mehr Vereins-Delegierte von den Vorteilen einer Verschmelzung überzeugen konnten.

Da in Südbaden und Württemberg-Hohenzollern der Weg zur Verschmelzung dieser zwei Verbände freigemacht wurde, kann ich nur hoffen, dass die anstehenden Gespräche mit TTBW so verlaufen, dass sich der Schaden für den Badischen Tischtennis-Verband in einem überschaubaren Rahmen halten kann. Ich hoffe außerdem, dass die Nein-Sager durch eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Südbaden und Württemberg überzeugt werden, dass die Schwarzmalerei völlig überzogen war, und Baden in absehbarer Zeit Tischtennis Baden-Württemberg abrunden wird.“

Rainer Franke, Präsident des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern und von Tischtennis Baden-Württemberg e. V.

„Zunächst einmal sage ich allen Delegierten im TTVWH danke für ihre großartige Zustimmung zur Fusion – zumal vor der Abstimmung nicht klar war, ob sie für einen neuen Baden-Württemberg-Verband mit zwei oder mit drei bisherigen Landesverbänden votieren. Wir wollen den neuen gemeinsamen Weg mit Südbaden gehen, obwohl Baden leider nicht dabei ist. Gleichzeitig sind wir gespannt, wie Baden jetzt alleine ohne Unterstützung zurechtkommt. Als Präsident von Tischtennis Baden-Württemberg sage ich, dass die Tür für Baden jederzeit offenbleibt. Das ist mir wichtig festzustellen, denn 63 % wollten in Baden ja die Fusion.“

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