Zum Inhalt springen

Pressemitteilung  

Trainer-Lehrgänge JETZT buchen!

und das eigene Leben bereichern – Sportschulen sind wieder offen! Ein Gespräch mit Frank Fürste, Landestrainer Aus-/Fortbildung

Balleimer-Training mit der Zielsetzung Technikkorrektur und Intervall-Training ist wichtiger Bestandteil der Trainer-Ausbildung

Das Leben kehrt in die Tischtennis-Vereine zurück. Jedoch: Der Corona-Lockdown und damit verbunden die Trainings- und Wettkampfpausen haben Spuren hinterlassen. Menschen haben Kontakte reduziert, Tischtennis-Spieler die sportlichen Begegnungen. Die Folge ist eine Reduzierung der Mitgliederzahl (grobe Schätzung: um 10 %) und auch ein Verlust an Motivation fürs Ehrenamt. Und dennoch: In dieser misslichen Zeit der Hindernisse und Tatenlosigkeit bietet sich ein Sprungbrett, um den Vereinsmotor wieder zum Laufen zu bringen. Die Mitglieder kommen gerne wieder zum Tischtennis – wenn ein ansprechendes Angebot vorhanden ist. Das können Übungsleiter bieten. Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW) fördert die Trainer mit einem umfangreichen Ausbildungs- und Weiterbildungs-Programm. Darüber sprachen wir mit Frank Fürste, seit fast drei Jahrzehnten unser Experte und als Landestrainer verantwortlich für die Gestaltung der Trainer-Lehrgänge.

Frank, wie siehst Du die aktuelle Situation mit der Öffnung der Tischtennis-Hallen in diesen Tagen?

Die Vereine haben jetzt die Chance, einen Neustart zu machen. Damit das gelingt, wird Personal benötigt. Die Trainer sind nach unserer Erfahrung der Erfolgsfaktor, ob viele Tischtennisspieler in die Hallen kommen.

Sogar noch vor dem Trainingsstart nach den Sommerferien bieten wir mit unserer C-Lizenz-Trainer-Ausbildung die Chance, mit der Ausbildung zu beginnen. Dieser einwöchige Grundlehrgang wäre die Basis, um bereits ein Vereinstraining leiten zu können.

Die Termine für die Grundlehrgänge der 5 offenen C-Trainer-Ausbildungsreihen sind:

* 9. – 13. August 2021: Sportschule Karlsruhe-Schöneck

* 9. – 13. August 2021: Sportschule Steinbach

* 6. – 10. September 2021: Sportschule Albstadt-Tailfingen

* 10. – 12. September (mit STARTTER-Ausbildung zuvor): Sportschule Albstadt-Tailfingen

* 18. – 22. Oktober 2021: Sportschule Albstadt-Tailfingen

Von den insgesamt 100 Teilnehmerplätzen sind erst 14 gebucht – eine für uns völlig ungewohnte Situation. Die ist sicherlich der Corona-Pause geschuldet. Vorteil für alle Interessenten: Wer jetzt in die Trainerausbildung einsteigen will, kann seine Ausbildungsreihe frei wählen! Wir werden auch versuchen, Lehrgänge mit nur 10 Teilnehmern zu starten.

Du hast die Corona-Pause als Grund für die Zurückhaltung genannt. Gibt es weitere Gründe, auch in der Weiterbildung?

Ja, die vom DOSB gut gemeinte automatische Lizenz-Verlängerung um ein weiteres Jahr hat dazu geführt, dass die Anmeldezahlen für unsere Trainer-Weiterbildungen deutlich zurückgegangen sind. Gleichzeitig wird dies zu einem Engpass in 2022 führen, da man an den Sportschulen dann nicht mehr die Kapazitäten für zusätzliche Fortbildungen haben wird.

Die Vereine suchen nach Lösungen aus der Krise. Wir als Verband wollen einen positiven Weg in diese Richtung aufzeigen. Welchen persönlichen Gewinn haben denn aus Deiner Sicht Spieler/innen, wenn sie eine Trainerausbildung absolvieren?

Zunächst mal: Wer sich für die Lehrgänge anmeldet, den erwartet in den Sportschulen in diesen immer noch unsicheren Zeiten ein hoher Sicherheitsstandard mit gut durchdachten Hygiene-Konzepten. Jeder findet in den schönen Sportschulen tolle - ja ich will sagen - sogar optimale Bedingungen vor. Zudem profitieren die Teilnehmer jetzt zusätzlich von den kleineren Gruppen, die eine noch intensivere Betreuung jedes einzelnen ermöglichen.

Stichwort profitieren: Was können die Teilnehmer für sich in der Ausbildung mitnehmen?

Ich fange mal ganz allgemein an. Bildung bedeutet immer auch die Entwicklung eines Menschen hinsichtlich seiner Persönlichkeit. In unserer Bildungsarbeit legen wir Wert auf diesen Prozess. Jeder angehende Trainer lernt etwas über sich, über sein Verhältnis zu den Trainingsteilnehmern und damit über die Gemeinsamkeit im Tischtennis-Trainingsbetrieb. Man lernt, selbstständig zu agieren und Probleme zu lösen, weil man Ziele erreichen will.

Ganz konkret führt diese Persönlichkeitsentwicklung dazu, dass die Vereinsbindung gestärkt werden kann, weil die angehenden Trainer einüben, mit Menschen umzugehen. Wir haben in unserer langjährigen Trainerausbildung unzählige Menschen erlebt, die später auch beruflich in den Lehrer- bzw. Referenten-Beruf gewechselt sind oder Fähigkeiten für einen Management-Job erworben haben. Für Berufseinsteiger nicht unwichtig: Eine Trainer-Lizenz bewerten fast alle Arbeitgeber als interessante Zusatzqualifikation. Und für Berufstätige: Der Anspruch auf Bildungszeitbeträgt bis zu fünf Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres – so steht es im Bildungszeitgesetz. Da die Ausbildungsreihen auf zwei Kalenderjahre verteilt sind, kann man für 10 der insgesamt 15 Lehrgangstage bezahlten Urlaub nehmen, das Einverständnis des Arbeitgebers vorausgesetzt. Für Schüler interessant: Wir haben drei Ausbildungsreihen, die komplett in die Schulferien-Zeit fallen.

Und sportlich?

Viele Teilnehmer kommen auch mit dem - legitimen – Wunsch, ihre eigene Spielstärke zu verbessern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das passiert fast immer. Nach meiner eigenen Trainer-Ausbildung ging es noch zwei Spielklassen höher. [Anmerkung: Frank Fürste spielte sich damals bis in die 2. Liga, vorne!] Diese Leistungssteigerungen führe ich darauf zurück, dass die Trainer im eigenen Spiel einen technischen und taktischen Quantensprung vollziehen können. Vereinfach gesagt: Man versteht dann Tischtennis einfach besser. Und das ist ja schließlich das Ziel der Trainerausbildung. Wer Tischtennis versteht, kann es auch anderen leichter vermitteln. Damit das gelingt, geben wir noch hilfreiche Werkzeuge an die Hand, mit welchen Methoden Kinder und Erwachsene am besten Tischtennis lernen. Viele andere Lehrgangsinhalte wie eine gute Struktur der Trainingsstunden runden die Ausbildung ab.

Warum sollte aus Deiner Sicht ein Verein versuchen, seine Mitglieder für eine Trainer-Ausbildung zu motivieren?

Ganz spontan fällt mir die aktuelle Situation ein. Jetzt und dann nach den Sommerferien ist die Chance für einen Neu-Start nach dem Corona-Lockdown. Eine Chance für den Verein. Am besten jetzt Jugendliche oder auch Rentner ansprechen, die Freude daran haben, andere Menschen zu unterstützen und fördern. Diese Vereine erwartet ein großer Mehrwert: eine gute Qualität des eigenen Trainings, Motivation, Freude – kurz: Viele Mitglieder danken es durch ihre Teilnahme, durch ihr Engagement.

Wie bewertest Du die Finanzierung der Trainerausbildung?

Die dreiwöchige C-Lizenz-Ausbildung schätze ich mit einer Gebühr von 420 Euro als recht günstig ein. Immerhin sind darin neben der Ausbildung an sich auch alle Unterrichtsmaterialien und drei Wochen Vollpension enthalten! Gerade wenn es darum geht, wirtschaftlich nicht so gut gestellte Interessenten wie z. B. Jugendliche zu überzeugen, kann der Verein überlegen, einen Zuschuss beizusteuern. Immerhin bezahlen die Sportbünde für jeden erfolgreichen Lizenz-Absolventen 500 Euro an Zuschuss – jedes Jahr! Diese Gegenüberstellung im Blick ergeben sich gute Finanzierungsmöglichkeiten, ohne dass die Vereinskasse ausgeräumt wird. Vielmehr steht unter dem Strich ein deutlich verbessertes Training – also sprecht vor allem Eure Jugendlichen an! Einzige Bedingung: Das Mindestalter muss zu Beginn des Grundlehrgangs 16 Jahre sein.

Seit einigen Jahren gibt es ja eine interessante Variation der C-Lizenz-Ausbildung: mit der STARTTER-Ausbildung. Wie siehst Du hier die aktuelle Situation?

Tatsächlich war und ist die Nachfrage nach dieser zweitägigen Ausbildung hoch. René Werlé ist es in der Zeit der Pandemie-Einschränkungen gelungen, als Organisator und Referent zahlreiche online-STARTTER-Lehrgänge durchzuführen – die waren alle ausgebucht. Jetzt sollen bald wieder Präsenz-Lehrgänge für STARTTER folgen. An alle Interessenten: Beachtet die Termine dazu. Die werden in Kürze veröffentlicht. Ein positiver Aspekt begleitet die zweitägige STARTTER-Ausbildung für jeden Teilnehmer: Jeder Absolvent erwirbst schon mal einen Gesamtüberblick über die Inhalte der Trainerausbildung und kann sich deshalb für die um drei Tage gekürzte C-Lizenz-Trainer-Ausbildungsreihe anmelden.

Seit 2005 bietet Tischtennis Baden-Württemberg zusätzlich den Vereins-Service-Tag an. Aus unserer Erfahrung bieten sich da ebenfalls tolle Weiterbildungsmöglichkeiten und ein reger Austausch zwischen Trainern?

Ja, diesen Bildungstag haben wir im damals neu erbauten SpOrt Stuttgart aus der Taufe gehoben. Das hat sich toll entwickelt. Jeweils 200 Teilnehmer sind dabei. Und wie Du ansprichst, können wir dort eine tolle Plattform bieten: Jeder kann an einem Tag drei Seminare belegen. Und darüber hinaus erzeugt der persönliche Austausch mit vielen Trainern frische Motivation. Deshalb gibt es noch dieses Jahr eine Fortsetzung: Am 17. Oktober findet im SpOrt Stuttgart der 16. Vereins-Service-Tag statt. Und am 19. Dezember bieten wir erstmals in der Sportschule Steinbach ebenfalls einen Vereins-Service-Tag an.

Von meinen Trainerkollegen im Verein und im Bezirk erhalte ich immer wieder die sehr positive Rückmeldungen zur Qualität der Trainerausbildung. Kannst Du beziffern, wie viele Trainer jedes Jahr in TTBW durch die Aus- und Fortbildung laufen?

Danke! Ja, jedes Jahr werden 100 – 125 Trainer ausgebildet. Insgesamt haben wir derzeit in unserer Datenbank ca. lizenzierte Trainer. Alle 4 Jahre müssen sich die zu einer Fortbildung anmelden. Im letzten Jahr konnten wir dieses Angebot allerdings aus bekannten Gründen nur zu einem kleinen (online-)Teil machen. Deshalb wird es 2021/22 nun einen großen Bedarf an Fortbildungsangeboten geben.

Gibt es denn jetzt noch kurzfristig Möglichkeiten, eine Fortbildung zu machen?

Ja, im Juli haben wir noch zwei Fortbildungen im Angebot. Beide Maßnahmen sind Corona-gerecht, also online. 30 bis 40 freie Plätze bieten jedem die Möglichkeit, sich jetzt noch kurzfristig anzumelden. Am13. Juli gibt es eineOnline-Fortbildung zum Thema „Spielsysteme, Spielanalyse & Taktisches Spiel“ mit unserem Referenten Dirk Lion. Eine weitere online-Fortbildung findet ab 1. Juli zu den Themen „Aufschlag, Technik/Fehlerkorrektur und modernes Übungsdesign“ statt. Hier werden mittels Videos den Teilnehmern Aufgaben gestellt, die sie innerhalb von 4 Wochen bearbeiten müssen. Jeder Teilnehmer hierbei ein individuelles Feedback von den jeweiligen Referenten.

Kommen wir zum Schluss nochmals zur Trainer-Ausbildung. Welchen Tipp hast Du an unsere Tischtennisspieler/innen, die Interesse an der Trainer-Aufgabe haben?

Melde Dich jetzt noch für die C-Lizenz-Trainer-Ausbildung an! Im nächsten Jahr sind die Lehrgänge vielleicht sehr früh schon voll ausgebucht, für den Herbst 2021 haben wir noch viele freie Plätze.

Und Dein Tipp für die Fortbildung?

Melde Dich ebenfalls jetzt an! Im nächsten Jahr werden die Kapazitäten an den Sportschulen begrenzt sein, weil dann alle Trainer, die ihre Lizenzverlängerung aus 2020 und 2021 verschoben haben zusätzlich um die begehrten Plätze kämpfen werden.

Noch ein Tipp:

Die Themenspezifischen Fortbildungen wie z. B. Technikverbesserung, Taktik, Doppel oder Aufschlag-Rückschlag sind auch für Teilnehmer geöffnet, die keine Trainerlizenz besitzen, sofern noch Plätze online frei sind. Alle Trainer ohne Lizenz sollten sich bei Interesse direkt an Anja Graf (anja.graf@ttbw.de) wenden.

Wir freuen uns also auch auf alle, die noch nicht Trainer sind. So viele freie Angebote zu verschiedenen Themen hatten wir noch nie!

Vielen Dank für Dein Engagement in der Traineraus- und -fortbildung, Frank! Lass uns in diesem Sinne den Neu-Start des Tischtennis in Baden-Württemberg mit viel Energie angehen!

Das Gespräch führte Thomas Walter, Geschäftsführer TTBW.

Trainer-Weiterbildung im Rahmen des Vereins-Service-Tages
Theorie-Unterricht in der Trainer-Weiterbildung

Aktuelle Beiträge

Corona-News

Corona-News 15.12.2021

TTBW-Präsidium: Saison 2021/22 soll im Januar fortgesetzt werden