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Baden-Württembergische Einzelmeisterschaften Senioren (2)

Veranstaltungsbericht und Fotos

285 Seniorinnen und Senioren machten die Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaften der Senioren in Wangen/Allgäu zu einem Fest. 29 Tische in zwei nebeneinander stehenden Hallen bilden den Rahmen. Gespielt wurde in den Altersklassen 40 bis 85, im Einzel, Doppel und Mixed. Neben den Titeln und Medaillen ging es um die Tickets für die Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 20. Mai in Hamm/WTTV. Alles klappte, die Veranstaltung wurde am Sonntag um 18:30 Uhr abgeschlossen. Lob kam von allen Seiten: "Die Beteiligung war mit über 300 gemeldeten Teilnehmern sehr gut, einige waren krank, der Sport hochklassig, der Sportlerabend mit 180 Teilnehmern und einer Tanzgruppe genau so gelungen wie die gesamte Veranstaltung", zog Gunter Klugmann (TTBW-Ressortleiter Seniorensport) das Fazit. Das Ziel des Verbandes, Mitglieder über diesen Wettkampf zu binden, wurde ohne Frage mehr als erreicht. Ganz nach dem Motto: "Tischtennis als Jungbrunnen" - diese Stimmung war in den Hallen jederzeit zu spüren. Vielerorts war zu hören, auch nächstes Jahr wieder an den Start gehen zu wollen.

Sportlicher Verlauf

Insgesamt 36 Wettbewerbe standen in den verschiedenen Altersklassen auf dem Programm. Von Erst-Teilnehmer Philippe Vujacic (TSV Korntal) mit 39 Jahren bis zum 90-jährigen Richard Luber (SSV Reutlingen) war alles vertreten. Eine bunte Mischung von Späteinsteigern in den Tischtennissport bis zu ehemaligen Bundesliga-Spielern zeigte nicht nur ihr Können, sondern auch die breite Palette der Generationensportart Tischtennis. Einer der Top-Könner, Ex-Erstligaspieler Gerd Richter (SC Staig), mit zwei Titeln im Senioren 50-Einzel und im 40-Doppel sowie Platz zwei im Mixed einer der erfolgreichsten Teilnehmer, hatte angesichts des umfangreichen Spielsystems auch schwer zu schnaufen: "Am Samstag hatte ich zwei Spiele, am Sonntag gleich elf  Spiele. Da wurde mir schon alles abverlangt. Morgen lasse ich das Training ausfallen." Auch Einsteiger waren unter den Teilnehmern, wie Steffi Bils, Vizepräsidentin Sportentwicklung, bestätigte: "Aus meinem Bezirk habe ich auch Anfänger überredet, mitzuspielen. Die waren froh, diese Wettkampferfahrung gemacht zu haben."

Finale mit zwei Siegern

Es war DER emotionale Moment der Turniers. Die Zuschauer spürten das. Je länger das Duell dauerte, desto intensiver wurde das rhythmische Klatschen zwischen den Ballwechseln. Die Bühne: Das Finale im Herren 60-Einzel. Alexander Mohr (SU Neckarsulm) und Karl Dachs (vom Durchführer SV Deuchelried) standen sich gegenüber. Dachs war nach zwei Marathon-Matches im Viertel- und Halbfinale spätestens nach seiner 2:1-Führung am Ende seiner Kräfte. Aufgeben? Nicht die Sache des Karl Dachs, das kam für ihn nicht infrage. Und die Zuschauer litten mit. Das dennoch hochklassige Duell mit dem 3. Bundesliga-Coach der Sportunion Neckarsulm faszinierte alle in der Halle Anwesenden. Die feierten nach dem 3:2-Erfolg nicht nur Sieger Mohr, sondern ebenso den unterlegenen Dachs. Der verabschiedete sich von "seinem" Publikum mit tiefen Verbeugungen. Gänsehaut pur.

Die Titelkämpfe brachten einige Mehrfachsieger hervor. Neben Gerd Richter gewannen auch Simone Nagel (SpVgg Gröningen-Satteldorf/Seniorinnen 45), Katja Stierle (TTV Gärtringen/Seniorinnen 55), Rose Diebold (TTC Forchheim/Seniorinnen 70), Jochen Burt (TTC Mühlhausen/Senioren 45), Alexander Mohr (SU Neckarsulm/Senioren 60), Gerd Werner (TTV Mühlhausen/Senioren 70), Rudi Biesen (TSG Eislingen/Senioren 75) zwei Titel. 

Ein bitteres Ende nahm das Finale bei den Seniorinnen 60: Heike Seyboth (TTV Gärtringen) verletzte sich am Ende des 4. Satzes so schwer, dass sie zum Entscheidungssatz gegen Petra Schmidt (TTSF Hohberg) nicht mehr antreten konnte.

Eine vollständige Darstellung aller 36 Wettbewerbe ist an dieser Stelle nachvollziehbarer Weise nicht möglich. Hier verweisen wir auf die Übersicht der Platzierungen und die Tabellen mit den Einzelergebnissen!

Professionelle Rahmenbedingungen

Die große Stadthalle war es zwar nicht - "dort sind zurzeit Familien aus der Ukraine untergebracht", wie der örtliche Leiter Karl Vochezer wusste - aber die direkt nebeneinander liegenden Argensporthalle (16 Tische) und die Lothar-Weiß-Halle (13 Tische) boten beste Bedingungen. Dazu Bernd Bargheer, Leiter der Amateur-Abteilung der TTF Liebherr Ochsenhausen, als Beobachter: "Die Teilnehmer hatten ganz kurze Wege. Zwischen den Hallen wurde ein Pizza-Ofen sogar zur ungewöhnlichen Attraktion." Und auch Wolfgang Ely, Seniorenwart des Badischen Verbandes, war begeistert: "Hier ist alles super, man könnte auch andere Großveranstaltungen problemlos durchführen." Ergänzend lobte er: "Gute Übernachtungsmöglichkeiten waren hier auch vorhanden. Für die Leistung der örtlichen Organisation muss man Karl Vochezer hervorheben." Der wiederum stellte sich im Vorfeld bei seinen Planungen die Frage: "Was ist gut für die Teilnehmer und die Veranstaltung?" Das zahlte sich aus. Dazu nochmals Karl Vochezer: "Wir sind mit den Meisterschaften sehr zufrieden. Von den Teilnehmern kam nur Lob."

Eine solche Mammutveranstaltung lebt natürlich vor allem immer von der Turnierleitung. Die war mit Markus Buchstab und Christhart Kratzenstein geradezu professionell besetzt. Der Zeitplan wurde bis auf wenige Minuten eingehalten. Dennoch kann man es dabei nicht allen recht machen. An der einen oder anderen Stelle waren Verlegungen gegenüber dem Zeitplan notwendig, um rechtzeitig fertig zu werden. Darüber waren dann nicht immer alle glücklich. Flexibilät versus Berechenbarkeit - diesen Konflikt kennt nicht nur das (Senioren-)Tischtennis. So sah Oberschiedsrichter Jürgen Schödel bei seinem Gesamturteil, es sei "einigermaßen gelaufen", mit durchaus noch Verbesserungspotential. Hier bietet die Kommunikation zwischen den Ressorts Seniorensport und Schiedsrichter die Chance, die wenige Luft nach oben zu reduzieren.

Professionell war auch einiges Zubehör: So wurden die Siegerehrungen im Eiltempo zelebriert. Der Grund: Zwei in einigen Metern Abstand nebeneinander aufgestellte Siegerpodeste mit riesigen Werbewänden dahinter ermöglichten wechselnde Bühnen für die Urkunden- und Medaillenvergabe. Einzige Leidtragende: Die Fotografen mussten den Weg zwischen den Podesten im Sprinttempo zurücklegen. Ebenso toller Service: An vier Groß-Bildschirmen waren die aktuellen Turnierergebnisse permanent einsehbar.

Buntes Programm

Ein ganz besonderer Ehrengast begrüßte die Tischtennis-Senioren: "Schirmherr war Oberbürgermeister Michael Lang. Er ist selbst Tischtennis-begeistert und hat früher gespielt", so Karl Vochezer. Seine Präsenz zeigte den Stellenwert der Veranstaltung in der 27.000 Einwohner-Kreisstadt. Das bunte Programm neben dem Sport rundete der traditionelle Sportlerabend ab. Eine Tanzgruppe heizte am Samstag in der Turn- und Festhalle Niederwangen ein - und die 180 Festgäste tanzten mit. Die Geselligkeit und gutes Essen bleiben den erfahrenen Sportlern sicherlich ebenso in guter Erinnerung wie die Wettkämpfe am Tisch.

SV Deuchelried als Top-Durchführer

Er hatte alles angerichtet: Edgar "Gaggi" Bernhard, Gründer und "Übervater" des SV Deuchelried, bereitete diese Meisterschaften vor, erlebte sie aber nicht mehr. Im Oktober starb der seit 34 Jahren amtierende Abteilungsleiter. Im Januar 2023, also 12 Monate vor den Titelkämpfen, hatte er die Vorbereitung in die Wege geleitet. Walter Frick, Pressewart des Vereins, übernahm die Verantwortung: "Nach Gaggis Tod ist die gesamte Abteilung zusammengerückt. Es war zunächst eine gewisse Unsicherheit bei den Mitgliedern, eine solch exponierte Veranstaltung zu stemmen." Doch Notsituationen schweißen oft zusammen. So auch in Deuchelried. "Wir hatten 15 Kerngruppen für die Orga zusammengestellt, jede mit ihrem Aufgabenbereich. Regelmäßige Gremiensitzungen fanden seitdem statt. Das Resultat war ein Dienstplan mit 60 bis 70 Leuten, die in irgendeiner Weise geholfen haben. Ein guter beratender Begleiter war dabei Karl Vochezer vom TTC Wangen." Frick betont, dass solch ein Event ja eigentlich ganz nebenbei laufen muss. Denn: Der SV Deuchelried nimmt mit 19 Teams am Spielbetrieb teil. Besonders beachtlich: Gleich vier Mädchen-Teams starten für den Klub!

Es gab also immer was zu tun im letzten Jahr, ob Sponsorensuche, Festschrift-Erstellung, Catering-Vorbereitung, Übernachtungsbuchungen und vieles mehr. Doch all die Mühe hat sich gelohnt. Dazu Walter Frick: "Als am Freitag-Nachmittag 80 bis 100 Leute zum Training kamen, war das eine schöne Überraschung und gleichzeitig machte sich frohe Stimmung unter allen Beteiligten breit." Was bleibt nach diesen drei Tagen BaWü der Senioren für den Verein? "Die gesamte Abteilung ist zusammengerückt. Das ist ungemein wichtig nach dem bitteren Ausfall von `Gaggi´." Das Lob für den SV Deuchelried von allen Seiten tut also gut, die nachhaltig verbesserte personelle (Helfer-)Situation ist sicherlich mindestens genauso wichtig. Ein Fest als Basis für weitere Feste sozusagen ...

Bericht: Thomas Walter

Fotos: Aaron Kuder (SV Deuchelried), Thomas Walter (1)

Platzierungen

Einzelergebnisse

click-TT–Turnierkalender: Ergebnisse BaWü-EM Senioren

Im Laufe der Woche folgt ein zweiter Bericht mit einer Bildergalerie und Aktionsfotos!

Senioren 70 Mixed
Senioren Mixed 60
Senioren Mixed 50
Senioren Mixed 40
Seniorinnen-Einzel 70
Seniorinnen-Einzel 75
Seniorinnen-Einzel 40
Seniorinnen-Doppel 70
Seniorinnen-Doppel 60
Seniorinnen-Doppel 50
Seniorinnen-Doppel 40
Senioren-Doppel 80
Senioren-Doppel 75
Senioren-Doppel 70
Senioren-Doppel 65
Senioren-Doppel 60
Senioren-Doppel 40
Seniorinnen-Einzel 65
Seniorinnen-Einzel 60
Seniorinnen-Einzel 55
Seniorinnen-Einzel 50
Seniorinnen-Einzel 45
Senioren-Einzel 85
Senioren-Einzel 80
Senioren-Einzel 75
Senioren-Einzel 70
Senioren-Einzel 65
Senioren-Einzel 60
Senioren-Einzel 55
Senioren-Einzel 50
Senioren-Einzel 45
Senioren-Einzel 40
Begrüßung mit (von links) Karl Vochezer, Walter Frick, Oberbürgermeister Michael Lang, Gunter Klugmann und Jürgen Schödel
Emotionaler Höhepunkt der Meisterschaften war das Senioren 60-Finale zwischen Karl Dachs (links) und Alexander Mohr.
Walter Frick organisierte die Helfer-Mannschaft des SV Deuchelried.
Siegerehrung Senioren-Doppel 50

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