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Blog-Beitrag (4): TTV Gärtringen

Warum ich das mache? Weil ich es schon immer mache

Das kommende Jahr des Engagements steht unter dem Motto „DU + DU = WIR gemeinsam“. Neben Seminaren und anderen Veranstaltungen wird es auch eine kleine Reihe an Interviews geben. Diese sollen Einblicke zeigen, wie Vereine, Verbände und Stiftungen die letzten zwei Jahre sehen und was für eine Aufgabe Vereinen heutzutage zukommt.

Das nächste Gespräch habe ich mit dem TTV Gärtringen geführt. Maximilian Bühler und Thomas Holzapfel haben mir einen Einblick gegeben, wie Jung und Alt im Verein zusammenarbeiten können. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt allerdings weniger auf dem Vereinsleben, sondern auf der Vereinsarbeit. Es gibt also einen echten ‚Blick hinter die Kulissen‘.

 

Sein eigenes Steckenpferd entdeckt und ausgelebt

Thomas Holzapfel, dem einen oder der anderen sicher von vielen Berichten auf der TTBW-Homepage bekannt, bezeichnet den TTV Gärtringen als seinen Heimatvereinen. Hier hat er nicht nur mal auf Landesebene gespielt, sondern auch sein Interesse am Journalismus entdeckt. Und so kam es, dass er zuerst in der örtlichen Zeitung vom Tischtennissport berichtet hat und später auch das Amt des Pressewarts im Bezirk Böblingen übernommen. Dieses hat er seit circa 20 Jahre. Diese Arbeit führte dann auch dazu, dass er im Medienteam des TTBW aktiv ist und daher hat man seinen Namen zumindest schon einmal gelesen, wenn man den ein oder anderen Bericht des Verbands gelesen hat. Mit seiner Erfahrung und dem Steckenpferd „Kommunikation“ kann man ihn als das Sprachrohr zwischen Jung und Alt sehen.

Maximilian Bühler erzählt, wie er zum Amt des Vorsitzenden gekommen ist. 2019, da war er Anfang zwanzig, war man auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, Vorsitzender zu werden. Das entgegengebrachte Vertrauen nahm er wahr und ist seitdem an der Spitze der Abteilung. Dabei ist der Ausnahmezustand der Pandemie fast normal für ihn, sag er. Er sieht sich außerdem in der Position, die Position von Jung und Alt einnehmen zu können. Zwar steht er für das Jugendtraining nicht mehr selbst in der Halle, aber bringt ein paar Jahre Erfahrung in der Hinsicht mit und lässt diese in seine Arbeit einfließen.

 

Durch Corona kein Sport, aber trotzdem Kontakt

Maximilian stellt fest, dass Corona – abgesehen vom Sportlichen natürlich – eher weniger Auswirkungen auf die Gemeinschaft unter den Mitgliedern hatte. Erwachsene wie auch Jugendliche sind untereinander gut vernetzt. So hat der Wegfall vom Sport keineswegs dazu geführt, dass sich die Mitglieder aus den Augen verloren haben. Auch jetzt, nach überstandenen Lockdowns, merke man keinen Einbruch der Mitgliederzahlen. Die Verbindung zwischen Verein und Mitgliedern ist also nicht abgerissen.

Dennoch stellt Maximilian fest, dass spontane Treffen in der Halle seltener passieren. Man sei eher dazu übergegangen, sich für Trainingsabende zu verabreden. Diese Situation wurde durch die Pandemie mit Teilnehmendenlisten etc. noch weiter vorangetrieben, gelte aber für den Jugendbereich nicht.

 

Aus Erlebnissen werden Freundschaften

Auf die Frage, wie sich Gruppen im Verein bilden, meint Thomas, dass diese sich seiner Erfahrung nach in den Mannschaften formen. Mit den Erlebnissen bei Spieltagen entstehe über die Zeit auch eine Bindung, die mitunter auch so weit führt, dass manche Mitglieder gemeinsam in den Urlaub fahren.

Im Jugendbereich gilt das zwar auch, aber hier kommen meist schon kleine Gruppen, die sich aus der Schule kennen, in den Verein und schnuppern gemeinsam ins Training herein.

 

Bei der Vernetzung helfen

Die angesprochenen Freundschaften halfen Maximilian auch in seiner Anfangszeit als Vorsitzender. Ihm fehlt zwar die weit zurückreichende Vergangenheit und die Erfahrungen mit den anderen Mitgliedern, aber thematisch ziehen in der Vereinsarbeit alle an einem Strang. Zwar hat man seine Differenzen, doch arbeiten alle gemeinsam und sind offen gegenüber der generationenübergreifenden Zusammenarbeit.

Das sagt auch Thomas. Er ist froh über die Verjüngung im Vorstandsteam und kann dem nur Positives abgewinnen. Dem Austausch stand in seinen Augen nur die Pandemie ein wenig im Weg. An dieser Stelle war es dann eben nicht mehr möglich, sich in der Halle kurz zu beraten.

Bezogen auf das Team derjenigen, die sich aktiv engagieren, meint Maximilian, dass sie mit circa 10 Personen eine relativ große Gruppe haben, die die verschiedenen Aufgaben für den Verein übernehmen. Dabei kann er sich als Vorsitzender voll und ganz auf seine Mitstreitenden verlassen. Zusätzlich gibt es einen weiteren Kreis an Leuten, die man für Veranstaltung anfragen kann. Ihm kommt dann letztlich nur noch die Koordination der Aufgaben zu und er kann sich auf die Kommunikation mit Bezirk und Verband konzentrieren.

 

Trotz Ausgliederung steht man im Ort gut da

Im Ort ist der TTV Gärtringen aus der ehemaligen Tischtennisabteilung des TSV Gärtringen entstanden. Trotz der nicht immer reibungslosen Ausgliederung, meint Thomas, dass das Standing des Vereins im Ort gut sei. Das merke man nicht zuletzt am Austausch mit dem Bürgermeister oder bei Festen im Ort. Maximilian pflichtet ihm da voll und ganz bei. Allerdings merkt er auch an, dass eine gewisse Distanz zwischen ihm und den anderen Vereinsvorständen zu spüren sei. Das führt er darauf zurück, dass er durch sein Alter eben keine Möglichkeit hatte, Erfahrungen in der Hinsicht zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Das ist für ihn auch gar kein Problem. So etwas wird sich mit den Jahren ja auch einstellen.

Die Arbeit mit anderen Vereinen ist im Ort mit einem eigens dafür vorgesehenen Arbeitskreis verankert. Dort trifft man sich regelmäßig und kann Themen besprechen, die alle Vereine im Ort rumtreiben. Außerdem nimmt man auch bei Gemeindefesten teil.

Thomas bezeichnet sich – ein wenig selbstironisch – als „Vereinsmeier“. Für ihn ist das weniger abwertend, sondern drückt einfach aus, dass der Verein einem über Jahre etwas gegeben hat. Für ihn war es dann selbstverständlich, irgendwann auch dazu beizutragen, dass andere Mitglieder schöne Erfahrungen im Verein machen. Das freut ihn, macht ihm Spaß und wird er auch so schnell nicht aufhören.

Maximilian meint, er ist von daheim aus dahingehend geprägt worden, dass er sich gern engagiert. Für ihn sind Vereine aber auch Orte, an denen verschiedenste Personen zusammenkommen können und einem Hobby nachgehen. Der Austausch mit diesen gibt ihm Freude und Energie. Darüber hinaus tragen Vereine allgemein dazu bei, Zusammenhalt zu stärken und Verständnis zu schaffen. Für ihn ist die Frage, welche Rolle Vereine in der Gesellschaft haben, unheimlich interessant und es bleibt abzuwarten, wie es auch in Zukunft gelingen wird, diese Funktion aufrechtzuerhalten.

Denis Zekovic

Blog-Beitrag (1): TSV Betzingen

Abteilungsleitung im Dreiergespann

Das kommende Jahr des Engagements steht unter dem Motto „DU + DU = WIR gemeinsam“. Neben Seminaren und anderen Veranstaltungen wird es auch eine kleine Reihe an Interviews geben. Diese sollen Einblicke geben, wie Vereine, Verbände und Stiftungen die letzten zwei Jahre sehen und was für eine Aufgabe Vereinen heutzutage zukommt.

Den Beginn macht der TSV Betzingen. Die dortige Tischtennisabteilung hat eine lange Tradition und wird heute von einem Dreiergespann geleitet. Jörg Pfeiffer, Christoph Rabe und Jochen Schmid sind ein eingespieltes Team, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass sie sich schon jahrelang kennen. Im Interview erzählen sie, wie die letzte Saison lief und warum sie sich engagieren.

Zwar weniger Spiele, aber ganze Arbeit

Im Rückblick auf die letzte Saison erzählt Jörg Pfeiffer, dass es alle Hände voll zu tun gab, um den Spielbetrieb am Laufen zu halten. Man musste ganz schön flexibel sein, um auf die sich ständig ändernden Regelungen zu reagieren. Das betraf nicht nur den Jugendbereich. Auch bei den Aktiven verbreitete sich eine Unsicherheit im Hinblick auf Spieltermine und den Ablauf der Runde. „Das hat nicht unbedingt zu einem Motivationsschub geführt“, so Pfeiffer. Das bestätigt auch Christoph Rabe, der anfügt, dass vor allem sportlich aktive Erwachsene Tischtennis gar nicht arg vermisst hätten und deshalb die Motivation gering gewesen sei. So war es recht mühsam, Mannschaften zu formieren und alle Spieltermine abzudecken. Dennoch musste im Laufe der Saison nur ein Spiel kampflos abgegeben werden.

Auf der anderen Seite verzeichnet Christoph Rabe mehr Anfragen als sonst für Probetrainings im Anfängerbereich. Das führt er darauf zurück, dass Tischtennis als kontaktlose Sportart durch Corona vor allem in Schulen mehr gespielt wurde.

Mit neuen Mitgliedern im Verein stellt sich natürlich dann auch die Frage, ob man den Fokus der Vereinsarbeit mehr darauf richtet. Dazu meint Christoph Rabe, dass die Nachhaltigkeit stimmen müsse. Er berichtet, dass vor allem Erwachsene, die ein oder zwei Mal ins Training reinschnuppern oftmals danach direkt wieder aufhören. Dabei erwähnt er die Bindung an den Verein und dass man diese so schnell oft nicht herstellen kann. Bezogen auf die Jugend stellt Jörg Pfeiffer fest, dass die Arbeit mit Neuen durchgängig Teil im Training ist. Da ist also kein neuer Fokus nötig. Bei der Ausrichtung des Trainings sei es allgemein so, dass man sich den Kindern anpasst. Nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ ist man offen für alle Entwicklungen. Allerdings ist man sich auch bewusst, dass man für mehr Angebote auch mehr Personen braucht, die sich engagieren.

Es muss ja was laufen

Die Rolle des Vereins bzw. der Tischtennisabteilung im Verein sehen die drei Vorstände vor allem darin, dass Ranglisten im Bezirk Alb meist vom TSV Betzingen ausgetragen werden. Dieser Funktion ist man sich bewusst und es war während Corona auf jeden Fall daran gelegen, Turniere in der Halle auszutragen. Hinzu kommt, dass im Bezirk kaum ein anderer Verein so eingespielt ist, was das Austragen von Turnieren betrifft und auch die Hallenkapazität hat. So sah man quasi schon in Pflicht, an die Grenzen der eigenen Personalkapazitäten zu gehen, um die Regionsmeisterschaften im Bezirk Alb auszutragen.

Es fällt leichter was zu machen, wenn das Herz dranhängt

Gefragt nach der eigenen Motivation für ihr Engagement antworten die drei wie folgt:

Jörg Pfeiffer: „Es ist ja nicht nur eine Einbahnstraße. Man bekommt ja auch etwas zurück. Wenn man sieht, wie Kinder sich freuen, wie junge Erwachsene trainieren, wie Ältere sich freuen, dass sie sich in der Halle bewegen können und auch beim Punktspiel gegen einen Jungen gewinnen. Von daher haben wir eine gute Truppe und da freuen wir uns drüber und dann wollen wir natürlich auch versuchen, das so weiterhin am Laufen zu halten.“

Christoph Rabe: „Kann ich genau so unterschreiben. Zusätzlich ist es ja immer auch eine Frage im Leben, wo man sich wiederfindet und wo man sich zugehörig fühlt. Wo ist eine Gruppe, wo man sich irgendwie als Einheit empfindet, als jemand, der einen auch außerhalb vom Tischtennis unterstützt, wenn man mal ein Problem hat. Sicherlich hat da jeder so seinen Halt in der Familie und hat Freunde außerhalb vom Sport, aber da ist unsere Abteilung für mich schon so etwas, wo ich mich zugehörig fühle. Da hängt man mit Herzblut dran und fühlt sich gut aufgehoben.“

Jochen Schmid: „Also ich bin ja lange Jahre von 12 bis 40 aktiv gewesen und die letzten 15 Jahre nicht mehr. Aber ich bin der Tischtennisabteilung trotzdem immer erhalten geblieben und war überall dabei, wenn es irgendetwas zu organisieren oder wenn es ein Fest zu feiern gab, oder eben als Vertreter im Hauptausschuss. Und die Führung der Abteilung machen wir eben gemeinsam und bei allem außersportlichen stimmen wir uns ab. Davon abgesehen bin ich jedes Mal erstaunt, was im Verein Woche für Woche alles bei den Spieltagen so los ist. Das ist meine Motivation. Außerdem rekrutiert sich mein Freundeskreis auch aus dem Tischtennis und da trifft man sich auch außerhalb vom Sport einmal. Und da hat es eben auch Leute dabei, mit denen ich über alles reden kann und das ist ganz wichtig. Genau das gibt einem ein Verein: Dass man sich trifft und weiß: Freitagabends geht es wohin und da muss man sich gar nicht mehr groß abstimmen. Das gibt einem Halt und da ist der Verein ganz wichtig.“

Denis Zekovic, Beauftragter Projekte im FA Engagementförderung

Blog-Beitrag (2): Stefan Molsner vom DJK Sportbund Stuttgart

Bei der "BILD"-Zeitungsaktion "gemensam stärker" als "Vereinsheld" ausgezeichnet

Um eine Person dem Heldentum zuzuordnen, muss man heutzutage sicherlich etwas vorsichtig sein. Doch die Umschreibung des Wortes „Held“ ist – gemäß Wikipedia – nicht so geschichtsträchtig, wie man vielleicht denkt. Vielmehr wird als Held eine Person definiert, die eine besondere, außeralltägliche Leistung vollbringt. Dabei muss es sich nicht zwingend um Gestalten aus Legenden und Sagen handeln, auch reale Personen können heldenhaft agieren. Bricht man dies auf den Vereinssport herunter, kommt man an Stefan Molsner nicht vorbei.


Das Urgestein des DJK Sportbund Stuttgart ist ein „Vereinsheld“, der seinesgleichen sucht. Nun wurde auch Deutschlands berühmte Zeitung mit den vier Buchstaben auf den 54-jährigen aufmerksam. Von der Redaktion der Bild am Sonntag (BamS) erfuhr er, dass er beim Wettbewerb „Vereinshelden – gemeinsam stärker“ einen der zehn ersten Preise gewonnen hat, der jeweils mit 2 222 Euro dotiert ist. Bereits in der Ausgabe am 20. Juni kam der Stuttgarter Vereinschef groß raus, nachdem ihn sein Vereinsvorstand für den Wettbewerb nominiert hatte. In einem Kurzbericht wurde sein umfangreiches Tätigkeitsfeld beschrieben, das sich von der Organisation von Veranstaltungen über den Thekenverkauf bis hin zur individuellen Betreuung von jungen Menschen erstreckt. Stefan Molsner ist seit 32 Jahren schlichtweg das „Mädchen für alles“ beim Sportbund, dem momentan größten Tischtennisverein Deutschlands. In den kommenden Tagen wird eine offizielle Preisauszeichnung veröffentlicht. Auch wenn Stefan Molsner eher ungern im Mittelpunkt steht, so wird der Sozialpädagoge um diese ganz individuelle Ehrung wohl nicht drum herumkommen.

Bericht: Thomas Holzapfel

zum Bericht

„BILD“-Aktion „Vereinshelden – gemeinsam stärker“ (Scrollen zum 5. Bericht!)

Blog-Beitrag (3): TTC Aichhalden

Das kommende Jahr des Engagements steht unter dem Motto „DU + DU = WIR gemeinsam“. Neben Seminaren und anderen Veranstaltungen wird es auch eine kleine Reihe an Interviews geben. Diese sollen Einblicke zeigen, wie Vereine, Verbände und Stiftungen die letzten zwei Jahre sehen und was für eine Aufgabe Vereinen heutzutage zukommt.

Die Reihe der Interviews wird mit dem TTC Aichhalden fortgesetzt. Hier gibt es neben Spiel, Spaß und Spannung auch eine Hütte, die vom Verein geführt wird. Im Gespräch erzählen Holger Wöhrle, Daniel Gitschier, Sohn David Gitschier und Jonas Broghammer, wie es dazu kam und warum sie sich engagieren.

 

Tischtennis daheim während Corona

Auch den TTC Aichhalden hat die Pandemie getroffen und die Jugendlichen sind seltener ins Training gekommen. Um dort wieder einen Bezug herzustellen, hat man sich in der Vereinsleitung dazu entschlossen, Clip-Netze zu besorgen, die man leicht an jeden Tisch montieren kann.

Im Training selbst hat man versucht, einen Mittelweg durch die Vorschriften zu finden. Das Training fand also längere Zeit nicht statt. Sobald aber durch Schnelltest aus der Schule mehr Sicherheit für die Kinder und Jugendlichen gegeben war, stand man auch wieder in der Halle. Jonas merkt an, dass die Jugendlichen im Training nach überstandenen Lockdowns ein wenig unzuverlässiger geworden sind und die Trainingsteilnahme unregelmäßiger geworden ist. Wieder Regelmäßigkeit bei der Teilnahme zu erreichen, sieht er als neue Aufgabe für seine Tätigkeit als Jugendtrainer. Holger pflichtet ihm bei: „Das Gesellschaftliche, das Miteinander lernt man im Verein. Verantwortung zu übernehmen, dazustehen. Das versuchen wir, im Verein rüberzubringen.“

 

Vereinsheim als Treffpunkt neben der Halle

Wie oben erwähnt, führt der TTC Aichhalden eine Hütte. Das sogenannte ‚Loch 8‘ diente den Mitgliedern während der Pandemie als Treffpunkt. Durch Arbeitseinsätze im Freien gab es genug Gelegenheiten, sich auch neben der Platte auszutauschen. Dadurch war sicherlich nicht plötzlich Funkstille zwischen den Mitgliedern des Vereins. Und auch sonst scheint die Hütte zum Vereinsmiteinander beizutragen. Zwar kam laut Holger seit Jeher „die Geselligkeit vor dem Sport“, doch fand diese Geselligkeit im Loch 8 auch ein Zuhause. Hier trifft sich Jung und Alt des Vereins zum gemeinsamen Arbeiten und für Vereinsfeste. Außerdem wird die Hütte auch für Gruppen zur Verfügung gestellt und kann angemietet werden. Die regelmäßige Arbeit am Haus und auf dem Gründstück ist im Vergleich zu Dorffesten leichter für den Verein zu stemmen. Hier hat man zwar die ganze Zeit über etwas zu tun, aber man kann sich die Stunden besser einteilen und benötigt nicht so viele Leute. Ein angenehmer Nebeneffekt der Arbeitseinsätze ist, dass sich alle Mitglieder untereinander kennen. So kennen die Jugendlichen die Aktiven des Vereins. Das stärkt laut Holger auch den Zusammenhalt im Verein.

 

Im Ort Rückhalt

Die Geschichte wie es dazu kam, dass der Verein die Verantwortung über die Hütte übernommen hat, ist lang und wird hier ausgespart. Wer doch Interesse daran hat, kann es hier nachlesen:

Homepage TTC Aichhalden: Bericht zur Hütte.

Während der über 2.000 Arbeitsstunden der Renovierung hat sich gezeigt, dass der Verein in der Gemeinschaft im Ort einen starken Rückhalt hatte. Oft musste der Verein nichts für das Baumaterial zahlen oder bekam das Vesper auf der Baustelle von der örtlichen Metzgerei gesponsert. Und auch nach dem Umbau ist der Rückhalt ungebrochen. Die Vermietung ist ein Selbstläufer und die Hütte im Umkreis bekannt.

 

Dem Verein etwas zurückgeben

Bei dem Grund für ihr Engagement sind sich alle vier Interviewten einig. Was die Leute antreibt sich einzubringen, ist, dass sie während ihrer eigenen Jugendzeit von der Arbeit anderer Engagierter profitiert haben. Holger erinnert sich gern an seine Zeit in den Jugendmannschaften und freut sich, jetzt anderen Erlebnisse zu ermöglichen. Das ist seine Art, Verantwortung zu übernehmen und den „Verein am Leben zu erhalten“. Für Daniel ist es die Akzeptanz, die er in den Jahren seiner Mitgliedschaft von den anderen Mitgliedern erfahren hat und die er gern zurückgibt. David wurde sein Engagement quasi in die Wiege gelegt. Von Klein auf Mitglied, war es für ihn einfach selbstverständlich, sich auch aktiv einzubringen. Und Jonas ist das Miteinander sehr wichtig, das er dann auch gerne mitgestaltet. „Du gehst hin und dich freut es jedes Mal“, fasst er seine Motivation zusammen.

Holger betont dann noch, dass das Miteinander natürlich im Vordergrund steht, aber besonders das Verhältnis von Jung und Alt ist seit jeher sehr gut. Das sei bei ihm in der Jugend schon so gewesen und hat sich bis heute nicht geändert.

Insgesamt also ein klasse Beispiel dafür, dass sich Vereinsleben auf jeden Fall auch abseits von Sporthallen und Platte mit Leben füllen lässt.

Denis Zekovic, Mitglied im Fachausschuss Engagementförderung