Margarete Köngeter wurde am 20. März 1942 in Reichenbach an der Fils geboren, ist jetzt also 83 Jahre alt. Sie ist verheiratet (Ehemann Herbert). Nach der Grund- und Hauptschule hat sie eine Lehre zur Kauffrau/Angestellten gemacht. Inzwischen ist sie Rentnerin. Sie ist in Reichenbach zu Hause, ihr Verein ist der TV Reichenbach/Fils (TVR).
Wann hattest du deinen ersten Schläger in der Hand? Und wer hat ihn dir gegeben?
Es war das Jahr 1957: Meine Freundin Elsa Prugger hat mich mit in die Halle genommen. Einer der Spieler hat mir seinen Ersatzschläger geliehen. Daraus ist eine lange Tischtenniszeit geworden.
Wie oft spielst du heute noch?
Heute kann ich leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr spielen und trainieren. Ich habe 57 Jahre für den TVR gespielt und 1090 Punktspiele gemacht – von der Bezirksklasse bis zur damaligen Süddeutschen-Oberliga. Heute gehe ich nur noch zum Zuschauen in die Halle, freue mich aber, wenn mein Sohn und meine Enkelin Isabel (28) spielen. Sie spielt sehr erfolgreich: in der Verbandsliga der Damen, an Nummer 1. Isabel ist zudem schon seit über zehn Jahren Jugendleiterin und Trainerin der Jugend des TV Reichenbach.
Wer aus deiner Familie spielt Tischtennis – und wer hat mal gespielt?
Meine ganze Familie hat eigentlich Tischtennis gespielt: mein Mann Herbert im Betriebssport, meine zwei Söhne im TV Reichenbach. Heute sind es die Enkelinnen Isabel und Laura, die in meine Fußstapfen getreten sind.
Auf welchen sportlichen Erfolg bist du besonders stolz?
Auf den von 1992, als ich in Dublin bei der Senioren-Weltmeisterschaft in der Altersklasse 50+ Vizeweltmeisterin geworden bin. Insgesamt habe ich sechsmal an Weltmeisterschaften teilgenommen und neunmal an Europameisterschaften. Dabei wurde ich einmal Erste im Einzel und im Doppel mit Ruth Schneider aus Essen. Zweite und dritte Plätze gab es ebenfalls. Weitere sportliche Erfolge, die ich erzielt habe, alle bei den Senioren: zweimal deutsche Meisterin im Einzel, sechsmal deutsche Meisterin im Doppel und einmal deutsche Meisterin im Mixed.
Dann wurde ich neunmal süddeutsche Meisterin im Einzel, siebenmal süddeutsche Meisterin im Doppel und zweimal süddeutsche Meisterin im Mixed.
Außerdem wurde ich zwölfmal württembergische Meisterin im Einzel, 22-mal württembergische Meisterin im Doppel und sechsmal württembergische Meisterin im Mixed.
Welche Niederlage nagt an dir bis heute?
Schmerzlich war die Niederlage im Endspiel um die Deutsche Seniorenmeisterschaft gegen meine Doppelpartnerin Doris Ruoff.
Welchem oder welchen Trainern bist du bis heute besonders dankbar?
Einen Trainer hatte ich nie. Im Verein hatten wir damals keinen Trainer, aber ich habe von Alex Ehrlich, der vor dem Zweiten Weltkrieg dreimal Vize-Weltmeister war, viel gelernt: Er war Jude und hat für die Nationalmannschaften von Polen und Frankreich gespielt. Die Älteren unter uns werden sich sicher noch an ihn erinnern.
Gibt es so was wie eine Lieblingsgegnerin?
An eine Lieblingsgegnerin kann ich mich nicht erinnern – klar, spielt man besonders gerne gegen solche, gegen die man gewöhnlich gewinnt.
Und gibt es etwas, das du im Training überhaupt nie mochtest?
Ja, leider: Wenn Spieler später kamen, um keine Tische aufbauen zu müssen, war das immer ärgerlich.
Warum bist du nicht Nationalspielerin geworden?
Weil ich damals zu schwach war und nicht die notwendige Unterstützung hatte.
Was, vor allem, gefiel dir immer am Tischtennis?
Dass man diesen Sport bis ins hohe Alter spielen kann.
Wie oft gab es schon Momente, da du dir sagtest: ‚Ich denke, jetzt ist es am besten, mit dem Tischtennis aufzuhören‘?
Es gab nur einen Moment, und dann habe ich auch wirklich aufgehört: vor meiner zweiten Knie-Operation.
Und wer aus Baden-Württemberg hat dich als Tischtennisspielerin am meisten begeistert?
Inge Harst aus Neckarsulm hat mich mit ihrem sicheren und variablen Spiel immer fasziniert.
Du warst ja nicht nur Sportlerin, wie man so hört. Hast du noch eine Übersicht über all deine kleineren oder größeren Tätigkeiten und Ehrenämter, die du je bekleidet hast? Hier ist die Gelegenheit, sie aufzuzählen.
Mein erstes Ehrenamt war Mädchenwartin und Klassenleiterin im Bezirk Esslingen. 24 Jahre war ich stellvertretende Abteilungsleiterin, 23 Jahre im Seniorenausschuss des TTVWH (Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern) und 25 Jahre Jugend-Übungsleiterin im Verein – damals noch ehrenamtlich.
Wie oft hast du für deine Tätigkeit Lob von Dritten geerntet?
Ich habe Ehrennadeln und andere Auszeichnungen vom Verein und vom TTVWH erhalten. Eine besondere Ehre war es, ins Neue Schloss nach Stuttgart eingeladen zu werden, um an den Ehrungen für internationale Erfolge in allen Sportarten teilzunehmen. Eine besondere Ehre war es für mich auch, die Goldene Ehrennadel des Mittelländischen Tischtennisverbandes (MTTV) der Schweiz von Präsident Hans Husi zu erhalten – anlässlich der Treffen von TTVWH und MTTV.




