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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (10), heute: Stefan Schweiß, TTC Haslach im Kinzigtal

„Für die Bezirksreform haben wir noch sehr viel vorzubereiten!“

Stefan Schweiß ist, wie er schreibt, „als liebenswerter Stier“ am 19. Mai 1969 in Haslach im Kinzigtal auf die Welt gekommen. Seit 1997 ist er verheiratet, hat eine Tochter und wohnt mit seiner Frau Renate in Hausach. Die Realschule schloss er 1986 mit der Mittleren Reife erfolgreich ab und begann eine Lehre als Bankkaufmann bei der damaligen Volksbank Hausach-Haslach (heute Volksbank Mittlerer Schwarzwald). Nach der Ausbildung diente er zwölf Monate bei der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt. Danach wechselte er 1991 zum Sägewerk Streit in Hausach. Mit dem Wechsel absolvierte er den Betriebswirt (VWA), ein paar Jahre später schob er den Bilanzbuchhalter (IHK) – beides nebenberuflich - nach. Inzwischen leitet er die Buchhaltung und ist seit mehr als zehn Jahren als Prokurist für vieles andere noch verantwortlich.


Hast du eine Übersicht über all deine Ehrenämter?

Mit 20 Jahren wurde ich für die Finanzen meines Heimatvereins TTC Haslach zuständig. Nach 24 Jahren übergab ich das Amt in „jüngere“ Hände. Im Oktober 2013 übernahm ich den Posten des Jugendwartes im Bezirk Ortenau, wurde parallel 2017 Sprecher des Bezirks. 2020 gab ich den Jugendwart ab – wurde dafür Vorsitzender des Bezirks Ortenau und im selben Jahr als Vizepräsident Sportentwicklung Gründungsmitglied im Präsidium von TTBW.  In diesem Jahr habe ich als Kassenprüfer beim TTC Haslach aufgehört. Heute bin ich „nur“ noch Vorsitzender unseres Bezirks.

Wie kamst du zu deinem allerersten Ehrenamt? Hat dich ein bestimmter Mensch motiviert oder ein bestimmtes Thema?

Unser damaliger Vereinsvorstand Heinz Steier suchte Nachfolger für Ämter im Verein. Es sollte ein Generationswechsel in der Führung stattfinden, und gemeinsam mit Franz Kienzler als neuer Vorstand wurde ich für die Finanzen ins Team gewählt. Für mich damals eine große Ehre.

Wie viele Stunden investierst du in der Regel pro Woche in das oder die Ehrenämter?

Während der Amtszeit im TTBW-Präsidium – bis 2023 - waren dies viele Stunden pro Woche. Als Bezirksvorsitzender kann ich auf ein sehr gutes Team zugreifen, so dass der Arbeitsaufwand für mich überschaubar geworden ist.

Was ist besonders zeitintensiv?

Die aufwändigste Arbeit ist immer das Jahreshighlight: die Vorbereitung unseres jährlichen Bezirkstages.

Welchen besonderen Reiz übt das Ehrenamt auf dich aus?

Faszinierend sind die Arbeit und der Austausch mit anderen Menschen, die ebenso wie ich den Sport weiterentwickeln wollen.

Wie spielt der Partner mit, die Familie?

Ohne eine verständnisvolle Partnerin wäre das für mich nicht umsetzbar. Ich bewundere oft ihre Geduld, wenn ich viel unterwegs bin, abends noch eine Videokonferenz habe oder am Rechner wieder mal Fragen beantworten darf.

Wie oft hast du für deine Tätigkeit auch schon Lob von Dritten geerntet?

Da ich selbst noch aktiv am Tisch stehe, ist es immer wieder ein schönes Erlebnis, in die Hallen zu kommen und positive (aber auch mal kritische) Rückmeldungen zu bekommen – also regelmäßig.

Apropos Schmerzgrenze: Wie oft kam schon der Gedanke: „Jetzt reicht’s!“?

Gerade in Zeiten von Corona, wo wir im damaligen Präsidium ständig neue Entscheidungen treffen mussten, kam der Gedanke durchaus. Oder auch wenn gerade im Betrieb und privat viele Termine aufeinandertreffen und dann noch Tischtennis dazu kommt, wird es doch schon mal zu viel.

Hast du Ehrenämter außerhalb des Tischtennis? Wenn ja: welche?

Da gibt es noch ein ebenfalls langjähriges Ehrenamt. Irgendwie bin ich bei der Grundschule meiner Tochter hängen geblieben und bin heute, nach gefühlt mehr als 15 Jahren, noch immer Kassenprüfer im Förderverein.

Wann hattest du deinen ersten Tischtennisschläger in der Hand? Und wer hat ihn dir gegeben?

Den ersten Schläger hatte ich schon vor meiner Laufbahn im Verein in den Händen. Gemeinsam mit meinem Cousin spielte ich auf einem alten Holztisch, bevor wir den Schritt in den Verein wagten. Irgendwie hatte er mehr Talent als ich. Den ersten richtigen Schläger habe ich dann von unserem damaligen Trainer Manfred Roser bekommen.

Wie oft spielst du heute noch - und wo und wie hoch?

Gute Frage – eigentlich spiele ich in den Herren 2 des TTC Haslach. Das ist in der Kreisklasse A, mit 4er-Mannschaften. Wenn Not am Mann ist, bin ich auch in der „Ersten“ am Start, in der Kreisliga B.

Auf welche sportlichen Erfolge bist du besonders stolz?

Als schwerpunktmäßiger Ehrenamtler gibt es auf sportlichem Terrain wenig zu berichten. Mir macht Tischtennis einfach nur Spaß.

Und welche Niederlage nagt an dir bis heute?

In einer ansonsten makellosen Saison das einzige Spiel im 5. Satz in der Verlängerung verloren zu haben.

Warum bist du nicht Nationalspieler geworden?

Dazu fehlte mir das Talent.

Gibt es so etwas wie einen Lieblingsgegner? Falls ja: Wer ist das – und aus welchem Grund?

Mit Michael Geiger, vor nicht langer Zeit Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), duelliere ich mich am liebsten. Er ist immer hochmotiviert, das sind die besten Voraussetzungen.  Eine Niederlage tut dann richtig weh.

Welchen Anteil an deinem sportlichen Werdegang hatten deine Eltern?

Anfangs wurden sie zum Fahrdienst ins Training herangezogen, bevor ich dann regelmäßig mit dem Fahrrad gefahren bin. Nach Niederlagen als Jugendspieler gab es dann auch aufmunternde Worte.

Wie oft gab es schon Momente, da du dir sagtest: Ich denke, jetzt ist es am besten, mit dem Tischtennis aufzuhören?

Nach zahlreichen gesundheitlichen Problemen mit dem Rücken kam mir schon der Gedanke, kürzer zu treten: Viel im Büro zu sitzen und noch Tischtennis zu spielen ist eine ungesunde Kombination. Aber der Spaß beim Tischtennis und die Unterstützung im Verein ließen mich einfach nicht los.

Welches ist der/die beste baden-württembergische TT-Spieler/in aller Zeiten?

Aktuell für mich Annett Kaufmann und Florian Bluhm. Aber ich denke da auch an meine Jugendzeit: Da waren die Herren der 1. Mannschaft der DJK Offenburg in der 2. Bundesliga die großen Vorbilder.

Was sollten Vereine tun, um neue Mitglieder, zumal Jugendliche, zu gewinnen?

Immer kreativ und mutig sein. Ob Kooperationen mit den Schulen oder gar schon mit Kindergärten, ob mini-Meisterschaften oder Aktionen an den Tischen im Freibad oder auf Spielplätzen: Es gibt viele Möglichkeiten. Einfach mal versuchen und im Gespräch bleiben.

Gibt es Tischtennis-Regeln, die man ändern sollte?

Alles hat seine Gründe, ob sie für mich sinnvoll erscheinen oder nicht. Ich denke aber, nach den vielen Reformen in der Vergangenheit sollte mal wieder Ruhe in unseren Sport kommen.

Und gibt es Regeln, die man unbedingt einführen sollte?

Früher habe ich immer gesagt, Material wie „Noppen außen“ sollte verboten werden. Inzwischen gehöre ich ebenfalls zu den Materialspielern, von daher: Lassen wir mal lieber diese Änderung.

Was macht rund ums Tischtennis am meisten Freude?

Einfach die Kameradschaft am Tisch, nach dem Training und nach dem Spiel. Auch wenn es am Tisch ab und zu nicht immer friedlich zur Sache geht, trinkt man im Anschluss gemeinsam was und kann sich super darüber austauschen.

Hast du, neben Tischtennis, weitere Hobbys?

Was soll noch in die verbleibende Zeit passen? Ich versuche regelmäßig im Fitnessstudio zu trainieren und fahre im Sommer gerne mit dem E-Bike (gemächlich) durch den Wald. Aber ich verbringe natürlich auch gerne und viel Zeit mit meiner Familie, die doch ab und zu ganz schön zurückstehen muss. Und dann gibt es noch die Gartenarbeit, bei der ich zum Glück gut herunterfahren kann.

Bald gibt es im Verband deutlich weniger Bezirke: Ist das gut?

Für die Verwaltung im Ehrenamt sicherlich. Wir können dadurch Kräfte bündeln und brauchen nicht zu viele Ehrenamtliche. Wichtig ist aber, dass sich die bisherigen Funktionäre in der ersten Zeit nach Inkrafttreten der Fusion weiterhin einbringen, ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben und sich damit frische Kräfte mit neuen Ideen finden.

Wie trifft die Bezirksreform dich persönlich?

Wir haben aktuell im Bezirk sehr viel vorzubereiten. Da bin ich froh und stolz auf meine Mannschaft, die schon sehr viel geregelt hat. Für mich sind es die Absprachen mit dem Bezirk Rastatt/Baden-Baden, mit dem der Bezirk Ortenau zusammengehen wird, im Bereich der Finanzen, Satzungen und Ordnungen. Auch beschäftigt mich die Besetzung der verschiedenen Ämter im neuen Bezirk. Wenn sich hier jemand einbringen will, egal in welcher Form, darf er sich gerne melden.

Was sollte in Sachen Bezirksreform unbedingt noch getan werden?

Ich würde sagen, wir sind in TTBW auf dem richtigen Weg. Dabei darf aber die Kommunikation zwischen allen Bereichen - vom Verband über die Bezirke bis zu den Vereinen - nicht vergessen werden.

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