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Neuer Kinderschutzbeauftragter in TTBW: Philipp Tittelbach

im Zweier-Team mit Kristina Bredow!

Gespräch mit Philipp Tittelbach (Beauftragter Kinderschutz in TTBW):

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend (DSJ) haben sich den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt als eines der obersten Ziele auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehört gleichzeitig auch der Schutz von Mitarbeiter*innen vor möglichen falschen Verdächtigungen. Die Basis kann aber zuerst über die Mitgliedsverbände erreicht werden.

Neben Kristina Bredow konnten wir für Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW) nun auch Philipp Tittelbach, 42 Jahre jung, verheiratet, 2 Kinder (2 Mädchen 5 Jahre und 10 Jahre), aus Mögglingen (Bezirk Rems) als Beauftragten für den Kinderschutz gewinnen. Er arbeitet als Justizvollzugsbeamter im Gefängnis Schwäbisch Gmünd, wo er Aufgaben für straffälligen Jugendliche übernimmt. Zudem ist er ehrenamtlich als Jugendtrainer bei seinem Heimatverein TV Mögglingen tätig und absolviert derzeit die Trainer C-Lizenz-Ausbildung.

TTBW: Hallo Philipp, Du hast uns angeboten, Dich für den Kinderschutz in Tischtennis Baden-Württemberg zu engagieren. Was motiviert Dich dazu?

Philipp Tittelbach:

  • Es ist wichtig, dass es jemanden gibt der sie an die Hand nimmt und für sie da ist wenn sie ihn brauchen. Der die Stimme erhebt und sich stark macht für ihre Rechte und sie schützt damit sie behutsam unverletzt aufwachsen können. Damit sie ihren Spaß und kindliche Freude niemals verlieren. Das ist meine Motivation.

TTBW: Welche Situationen sind denn für Kinder und Jugendliche problematisch in diesem Sinne?

Philipp Tittelbach:

  • Ich denke, dass das größte Problem es eher sein wird, dass die Kinder sich unsicher sind und sich schämen, wenn etwas passiert ist und sich dann niemanden anvertrauen werden, selbst den Eltern nicht. Sie ziehen sich zurück und es könnte zur Normalität werden. Deshalb ist es wichtig für uns, dass man weiß, dass es uns gibt und die Eltern sich auch an uns wenden können, wenn sie Auffälligkeiten bemerken sollten oder Wesensveränderungen ihrer Kinder. Auch Teamkollegen oder Teamkolleginnen des betroffenen Kindes können sich anonym an uns wenden oder das Kind bestärken, sich bei uns zu melden.

TTBW: Welche Ziele verfolgst Du als TTBW-Kinderschutzbeauftragter, um das Kindeswohl zu gewährleisten?

Philipp Tittelbach:

  • Enge Zusammenarbeit und Austausch mit den Verbänden, Vereinen, Trainern, Betreuer und Ehrenamtlichen.

  • Es ist wichtig, dass der Kinderschutz ein Gesicht bekommt, deshalb sollten wir vorstellig sein durch Präsenz bei Turnieren, aber auch in den Vereinen, um zu zeigen, dass es uns gibt und wir da sind.

  • Gesprächsführung mit den Eltern, diese miteinbeziehen und auch die Kinder, um einen guten Bezug herzustellen.

  • Alle Anfragen werden ernst genommen und bearbeitet.

  • Bei konkreten Fällen wird der Kontakt zu einem multiprofesionellen Team (Psychologen, Seelsorger) aufgebaut, in Absprache der Eltern, um eine optimale Versorgung des Opfers zu gewährleisten und natürlich das weitere Vorgehen und Maßnahmen zu besprechen, die sofort umgesetzt werden müssen, um den Schutz zu gewährleisten.

TTBW: Und wie gestaltet TTBW die Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen?

Philipp Tittelbach:

  • Durch Präventionen und Schutzkonzepte, die individuell an die Gegebenheiten angepasst werden. Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit Fachstellen an, um ein multiprofesionelles Team zu formen, das im Ernstfall zusammenarbeitet, um die Kinder und deren betroffene Eltern optimal unterstützen und auffangen zu können.

  • Gerade werden neue Flyer erstellt, die in den Hallen bei Turnieren ausgelegt werden, um erstens auf uns aufmerksam zu machen und den Kindern auch zu zeigen, dass es Hilfe gibt und sie nicht alleine sind, in ihrer Situation. Genauso wird die TTBW- Webseite überarbeitet, mit interessanten Infos und Kontaktdaten, über die man sich jederzeit gerne an uns wenden darf.

  • Wir machen uns stark, für eine verpflichtende Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses, für alle im Verband, die mit Kindern zu tun haben, betreuen oder trainieren. Ich denke, dass sich da niemand angegriffen fühlen sollte, es handelt sich hier um eine Minderheit, die man dadurch im voraus schon ausschließen kann.

  • TTBW bietet regelmäßige Fortbildungen zum Thema Kinderschutz für Vereinsmitarbeiter und Ehrenamtliche an, an denen man gerne teilnehmen kann.

  • Die Eltern sollten auch in die Hilfe miteinbezogen werden, da sie das Verhalten ihrer Kinder oder auch Auffälligkeiten besser wahrnehmen können und so auch Kontakt zu uns herstellen können.

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