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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (30), heute: Lotta Rothfuß, TTC Renchen/TTC Weinheim

„Ich bin allen meinen Trainern dankbar“

Lotta Rothfuß, geboren am 20. März 2012 in Offenburg, ist im Grimmelshausen-Städtchen Renchen, ebenfalls Ortenaukreis, zu Hause. Der TTC Renchen ist ihr Heimatverein, aktiv ist sie heute für den TTC Weinheim (2. und 3. Damen-Bundesliga) im Einsatz. Lotta besuchte bis zur 7. Klasse das Gymnasium in Achern. Danach wechselte sie im vergangenen Jahr auf das Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe. Sie fährt jeden Tag mit dem Zug nach Karlsruhe, sofern sie nicht auf einem Turnier weilt. Abends wird sie von ihren Eltern nach dem Training in Karlsruhe wieder abgeholt.
 

Du warst bei den Deutschen Meisterschaften im Juni in Erfurt sehr erfolgreich. Welche Erfolge hast du erzielt und mit wem zusammen?

Bei den Deutschen Meisterschaften lief es für mich richtig gut. Im U19-Einzel bin ich bis ins Viertelfinale gekommen. Dort habe ich dann gegen meine Teamkollegin Elisa verloren. Mit ihr zusammen konnte ich aber im U19-Doppel Bronze gewinnen. Im U15-Mixed habe ich mit meinem Partner Tini sogar den Titel geholt. Im U15-Doppel habe ich zusammen mit Emma Li vom Westdeutschen Tischtennisverband Silber gewonnen. Und im U15-Einzel bin ich bis ins Finale gekommen, wo ich dann gegen Amelie Jia verloren habe.

Warst du mit den Ergebnissen zufrieden?

Ja, sehr. Bei den U19 habe ich auch gegen gesetzte Spielerinnen gewonnen, und bei den U15 habe ich meine Ziele erreicht. Deshalb war es für mich insgesamt ein richtig gutes Turnier.

Hast du dich auf die Meisterschaft ganz speziell vorbereitet? 

Vor den TT-Finals in Erfurt haben wir eine ganze Woche lang jeden Tag ungefähr fünf Stunden trainiert. Wir haben gegen Spieler mit glatten Belägen, aber auch gegen Noppenspieler trainiert. So wollten wir uns auf möglichst viele verschiedene Spielsysteme vorbereiten.

Wie sieht sonst eine ganz gewöhnliche Trainingswoche aus?

Ich trainiere von Montag bis Freitag eigentlich jeden Tag mindestens drei Stunden. Donnerstags trainiere ich zweimal am Tag.

Wo trainierst du hauptsächlich?

In Karlsruhe, bei Shen und Liping.

Du bist ja häufig in Sporthallen anzutreffen, in welcher hauptsächlich?

Ich gehe auf das Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe. Dort bin ich von Montag bis Freitag und kann Schule und Training gut miteinander verbinden.

Dein Leben wird stark von Tischtennis geprägt. Hast du auch noch Zeit für andere Dinge?

Ja, schon. Wenn ich kein Tischtennis spiele, verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie oder meinen Freunden. Und ich liebe es auch, Zeit mit meinem Hund zu verbringen.

Wie oft hast du das Gefühl, dass dir etwas fehlt?

Manchmal schon, vor allem wenn ich länger von zu Hause weg bin. Dann fehlen mir meine Familie und, ehrlich gesagt, manchmal auch einfach mein eigenes Bett.

Wie häufig siehst du deine Familie?

Wenn ich normal Schule habe und nicht auf einem Turnier bin, sehe ich sie jeden Tag. Da ich tagsüber in Karlsruhe bin, sehe ich sie meistens morgens und abends. Am Wochenende verbringen wir dann oft mehr Zeit zusammen. Wenn ich auf Turnieren bin, sehe ich sie natürlich weniger. Manchmal kommen sie mit und schauen mir zu. Wenn nicht, machen wir oft einen Video-Call.

Deine Lieblingsfächer in der Schule?

Sport und Kunst. Mathe finde ich aber eigentlich auch gar nicht so schlecht.

Wie schwer fällt es manchmal, Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bekommen?

Manchmal ist es schon schwierig. Durch die vielen Turniere und das Training fehlt man öfter in der Schule und muss dann einiges nachholen. Manchmal weiß man dann auch nicht sofort, wie etwas funktioniert, weil man im Unterricht nicht dabei war. Ich bin deshalb sehr froh, dass meine Eltern mir auch bei der Schule viel helfen. Das macht einiges leichter.

Mit wie vielen Jahren hast du mit Tischtennis begonnen?

Ich habe mit sechs angefangen, Tischtennis zu spielen. Meine Cousine Leni hat damals auch Tischtennis gespielt, dadurch bin ich dazu gekommen. Angefangen hat bei mir alles in Renchen.

Bei welchem Verein hast du früher gespielt – und heute?

Früher, wie gesagt, beim TTC Renchen. Heute spiele ich beim TTC 1946 Weinheim und komme dort in der 2. Bundesliga und in der 3. Bundesliga zum Einsatz.

Welcher Trainerin oder welchem Trainer wirst du immer dankbar sein?

Da gibt es mehrere: Matze Schubien, Konstantin Chepkasov, Franz Richardt, Frank Rothfuß, Ewald Späth und natürlich Liping und Shen. Bei Frank Rothfuß und Ewald Späth hat für mich alles angefangen. Dort habe ich meine ersten Schläge gelernt. Matze, Franz und Konstantin begleiten mich schon sehr lange, bei ihnen habe ich richtig Tischtennis spielen gelernt. Von Liping und Shen lerne ich jetzt jeden Tag sehr viel dazu. Dafür bin ich allen sehr dankbar.

Auf welchen bisherigen Erfolg bist du ganz besonders stolz?

Auf die TT-Finals 2026 in Erfurt, weil ich dort in allen Wettbewerben ziemlich gut gespielt habe. Aber auch die Europameisterschaften waren für mich etwas ganz Besonderes. Dort konnten meine Doppelpartnerin und ich die Silbermedaille gewinnen.

Dein größtes sportliches Ziel?

Irgendwann bei einer Weltmeisterschaft, Europameisterschaft oder vielleicht sogar bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.

Wie oft träumst du davon, Nationalspielerin bei den Aktiven zu werden?

Schon ziemlich oft. Das ist auf jeden Fall einer meiner größten Träume.

Was sind deine Tischtennis-Stärken, und was sind deine Schwächen?

Ich spiele gerne aktiv am Tisch, und meine Vorhand spiele ich besonders gerne. Beim Rückschlag habe ich manchmal noch Probleme. Daran muss und möchte ich noch arbeiten.

Welchen Anteil an deinem sportlichen Werdegang hat deine Familie?

Einen sehr großen. Sie unterstützt mich immer, egal ob beim Tischtennis oder in der Schule. Ohne diese Unterstützung wäre vieles wahrscheinlich gar nicht möglich, und dafür bin ich sehr dankbar.

Hast du ein sportliches Vorbild?

Annett Kaufmann.

Was macht dir rund um Tischtennis am meisten Freude?

Mir macht Tischtennis einfach sehr viel Spaß. Ich freue mich auch immer darauf, bei Turnieren meine Tischtennisfreunde wiederzusehen. Und natürlich finde ich es richtig cool, bei großen Turnieren spielen zu dürfen.

Welche Hobbys hast du außer Tischtennis noch?

Ich treffe mich gerne mit Freunden und verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und meinem Hund. Außerdem gehe ich sehr gerne ins Schwimmbad.

Vor wie vielen Zuschauern läuft in der Regel ein Punktspiel ab?

Meistens sind es ungefähr 20.

Fußball ist in Deutschland die mit Abstand dominierende Sportart. Was müsste geschehen, um Tischtennis noch bekannter zu machen?

Ich finde, die TT-Finals in Erfurt sind dafür ein richtig gutes Beispiel: Dort werden die Deutschen Meisterschaften mit den Lichtershows, den Aktionen und den Gewinnspielen richtig gut präsentiert. Dadurch wirkt Tischtennis auch für die Zuschauer viel spannender. Ich finde, davon könnte es noch mehr geben.

Was sollten Vereine tun, um Jugendliche für Tischtennis zu gewinnen?

Ich glaube, die Vereine müssen sich mehr zeigen und Werbung machen. Es sollte auch Aktionen geben, bei denen Kinder Tischtennis einfach ausprobieren können. Wichtig ist, dass sie merken, dass Tischtennis richtig viel Spaß machen kann.

Gibt es Tischtennisregeln, die man unbedingt ändern sollte?

Eigentlich fällt mir keine Regel ein, die unbedingt geändert werden müsste. Vielleicht könnte das Time-out ein bisschen länger sein.

Wem wirst du immer dankbar sein?

Auf jeden Fall meiner Familie, weil sie mich immer unterstützt und so viel für mich möglich macht. Ich bin aber auch Matze Schubien sehr dankbar, weil sie mich begleitet, seit ich mit Tischtennis angefangen habe, und immer für mich da war und ist. Und natürlich bin ich auch meinen anderen Trainern sehr dankbar. Sie unterstützen mich, wollen, dass ich mich weiterentwickle, und möchten immer das Beste für mich.

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