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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (27): heute Alexandra Schankula, DJK Sportbund Stuttgart und TSV Betzingen

„2027 möchte ich bei der Seniorinnen-EM in Riga starten“

Alexandra Schankula wurde am 15. September 1984 geboren. Geburtsort: Reutlingen. Mädchenname: Urban. Schulischer Abschluss: Mittlere Reife. Beruf: Verwaltungsfachangestellte. Wohnort: Mössingen. Vereine: DJK Sportbund Stuttgart (2. Bundesliga Damenmannschaft) und TSV Betzingen (Seniorenmannschaft- und Einzelspielberechtigung). Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Du warst neulich bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt am Start – mit großem Erfolg. Hattest Du damit gerechnet?

Ich habe bereits 2024 und 2025 bei den Seniorinnen 40 die Titel im Einzel, Doppel und Mixed gewonnen. Daher war die Mission erneut, alle drei Titel zu gewinnen. Das war im Doppel, nach der krankheitsbedingten Absage meiner Partnerin Natalie Weichel, eine große Herausforderung. Mit der Ersatzspielerin Nancy Weida konnte ich dennoch den Titel gewinnen, und somit hat es erneut mit dreimal Gold geklappt.

Hattest Du speziell auf die Meisterschaft trainiert? 

Nein, ich war vor den ‚Deutschen‘ sogar noch im Urlaub, da in dieser Zeit Pfingstferien waren. Daher konnte ich mich nicht speziell vorbereiten.

Stärken und Schwächen: Wie würdest Du Dein Spiel bezeichnen?

Zu meinen Stärken zählen sicher meine Aufschläge. Ebenso bin ich eine Spielerin, die sehr viel über Taktik spielt. Ich versuche keine langen Ballwechsel zu spielen und schnell den Punkt zu machen. Meine Schwächen? Da ich bereits Ü 40 bin, bin ich nicht die Schnellste am Tisch - die war ich aber auch noch nie.

Wie verlief die zurückliegende Saison?

Mit dem DJK Sportbund Stuttgart haben wir die Saison, nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, mit dem siebten Platz abgeschlossen und somit die Liga gehalten. Das war auch unser Ziel. Im Einzelsport konnte ich für den TSV Betzingen auf Seniorenebene alles gewinnen: dreimal Deutsche Meisterin, Deutsche Mannschaftsmeisterin mit Natalie Weichel, dreimal Baden-Württembergische Meisterin. Ebenso wurde ich bei den Aktiven mit Amelie Fischer Baden-Württembergische Meisterin im Doppel und Vizemeisterin im Einzel.

Vor wie vielen Zuschauern läuft in der Regel ein Punktspiel ab?

Wir spielen in Stuttgart immer zusammen mit unseren 1. Herren, die in der Oberliga spielen. Dennoch könnten die Zuschauerzahlen etwas höher sein. Im Schnitt sind leider immer nur 30 bis 50 Zuschauer da.

Bei welchen Vereinen hast Du bislang gespielt?

TSV Sondelfingen, VfL Pfullingen, SV Böblingen, SV Neckarsulm, Leutzscher Füchse, TSV Gomaringen.

Wo spielst Du in der kommenden Saison, und was für eine Bilanz erhoffst du dir?

Ich werde in der kommenden Saison bereits mein siebtes Jahr beim Sportbund Stuttgart spielen. Im vorderen Paarkreuz der 2. Liga würde ich gern eine ausgeglichene Bilanz spielen. Im Einzelsport sowie im Mannschaftssport der Senioren trete ich nach wie vor für den TSV Betzingen an und erhoffe mir wieder viele Medaillen bei den Turnieren.

Wie alt warst Du bei deinem ersten Einsatz in der 1. Bundesliga?

Da war ich bereits 28 Jahre alt.

Wie oft trainierst Du in aller Regel pro Woche – und wie lange dann?

Ich trainiere lediglich einmal in der Woche für etwa anderthalb Stunden.

Gegen welche ganz Große in der Tischtennisszene hast Du zuletzt gespielt?

Im Januar 2025 habe ich gegen Hongi Gotsch gespielt und auch gewonnen. Ebenso habe ich in der Saison 2024/2025 in der Rückrunde gegen die Deutsche Meisterin von 2008, Tanja Krämer, gespielt und gewonnen. Das waren natürlich tolle Erfolge für mich. Aber auch in der 2. Liga spiele ich gegen viele ehemalige, auch internationale, Nationalspielerinnen. Das macht sehr viel Spaß.

Wann hattest du Deinen ersten Schläger in der Hand, wer hat ihn Dir gegeben – und bei welchem Verein war das?

Ich habe 1992 mit dem Tischtennis begonnen. Mein Bruder und ich hatten zu Weihnachten von unseren Eltern einen Tischtennistisch bekommen. Kurze Zeit später haben wir dann in unserem Heimatverein, dem TSV Sondelfingen, angefangen zu spielen.

Wie oft pro Woche hast Du im allerersten Jahr trainiert - und ab wann nahmen die Trainingseinheiten spürbar zu?

Anfangs habe ich zweimal die Woche trainiert, ab 1994 nahmen die Trainingseinheiten dann mit dem Stützpunkttraining deutlich zu. 

Auf welche sportlichen Erfolge bist Du ganz besonders stolz?

In der Jugend war das sicher der Europameistertitel mit der U-15-Mannschaft, aber auch drei weitere Bronzemedaillen bei den Euros – zweimal Doppel (U15/U19) und Mannschaft U19 - sowie der internationale Titelgewinn bei den U 15 in den Niederlanden gehören definitiv dazu. Bei den Aktiven konnte ich 2012 die deutsche Rangliste gewinnen. Und im Seniorenbereich bin ich natürlich auf die insgesamt zehn deutschen Meistertitel sehr stolz. 

Und welche Niederlagen nagen an Dir bis heute?

Da fällt mir direkt keine ein. Es gab einige Niederlagen, bei denen ich mich wirklich sehr geärgert habe, aber spätestens nach einer Woche war das wieder vergessen.

Gibt oder gab es so etwas wie eine Lieblingsgegnerin? 

Nein.

Welcher sportliche Traum soll für Dich noch in Erfüllung gehen?

2027 möchte ich bei den Europameisterschaften der Seniorinnen 40 in Riga starten und dort auch Medaillen gewinnen.

Welchen Anteil an Deinem sportlichen Werdegang hatte deine Familie?

Ich habe meinem Papa eigentlich meine ganze Tischtennis-Karriere zu verdanken. Seit meinem ersten Training war er immer an meiner Seite, hat mich immer unterstützt und ist immer und überallhin mitgefahren. Selbst heute begleitet er mich noch zu Turnieren und ist Fahrer bei unseren Auswärtsspielen in der 2. Bundesliga. Ihm werde ich immer dankbar sein. Er ist nach wie vor mein größter Fan. 

Welches ist für Dich weltweit der/die beste TT-Spieler/in aller Zeiten?

Ma Long.

Und wer ist der/die beste baden-württembergische TT-Spieler/in aller Zeiten?

Hongi Gotsch.

Welchen Anteil am sportlichen Erfolg hat der Sportler selbst, der Trainer, der Verein, die Zuschauer?

Natürlich trägt jeder Teil zum sportlichen Erfolg bei. Erst mal der Sportler selbst, aber auch das Drumherum muss passen, um weit zu kommen. 

Fußball ist in Deutschland die mit Abstand dominierende Sportart: Was müsste geschehen oder getan werden, um Tischtennis weiter nach vorne, in die Öffentlichkeit, ins Fernsehen, zu bringen?

Wir müssten halt alle in China leben. Leider wird Tischtennis in Deutschland immer eine Randsportart bleiben.

Was macht Dir rund ums Tischtennis am meisten Freude?

Ich mag es sehr, bei Spielen oder Turnieren viele Leute wieder zu sehen oder neu kennenzulernen. Gerade im Seniorenbereich macht das richtig Spaß und ist sehr unterhaltsam.

Welchen Hobbys gehst Du, neben Tischtennis, noch nach?

Wenn es die Zeit zulässt, dann puzzle ich sehr gerne und gehe immer mal wieder Bowling spielen. 

Bekleidest Du einen Funktionärsposten?

Leider nein, dafür bin ich in meinem Privatleben zu sehr eingespannt.

Was sollten Vereine tun, um Jugendliche zum Tischtennis zu gewinnen?

Aktuell wird schon sehr viel getan. Dazu zählen für mich eindeutig die Outdoor-Tischtennis-Veranstaltungen.

Gibt es Tischtennisregeln, die man unbedingt ändern oder unbedingt einführen sollte?

Bitte keine weiteren Regeländerungen! Man hat, mit der Annahme, es würde attraktiver werden, bereits so viel geändert - und eigentlich hat sich nichts geändert.

Das Interview führte Hubert Röderer.

Fotos: privat, DJK Sportbund Stuttgart

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