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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (26): heute Conny Illner, TTC Bad Krozingen

„Tischtennis ist unser Familiensport“

Conny Illner, eigentlich Cornelia, aber so nennen sie nur ihre Eltern, wurde am 13. August 1981 in Schwäbisch Hall geboren. Abitur 2000, Musikpädagogikstudium mit den Hauptfächern Blockflöte und Elementare Musikpädagogik an der Musikhochschule Freiburg (in dem Bereich arbeitet sie auch ein bisschen, wie sie sagt). Zu Hause ist sie in Bad Krozingen, verheiratet, vier Jungs. Ihr Verein ist der TTC Bad Krozingen, in der Jugend war es Post SG Schwäbisch Hall.

Du warst neulich eine von recht wenigen Ehrenämtler/innen, die der TTBW-Tagung in der Sportschule in Tailfingen beigewohnt haben. Was denkst du: Warum haben sich nicht mehr Leute angemeldet?

Ich denke, der Termin Anfang der Pfingstferien war für viele ungünstig. Das ist, gerade für Familien, die Haupt-Urlaubszeit. Als die Einladung kam, hatten wir noch nichts gebucht, also sind wir einfach erst am Montag in den Urlaub gestartet. Aber wahrscheinlich hätte es an einem anderen Wochenende nicht anders ausgesehen. Vielleicht hat bei manchen etwas die Sorge mitgeschwungen: „Mit welchen neuen Aufgaben komme ich danach wieder heim?“

Und welches Fazit ziehst du für dich? 

Das ist leider der allgemeine Trend: Es engagieren sich immer weniger Menschen, was zur Folge hat, dass die, die sich engagieren, immer mehr Aufgaben bekommen. Aber ich habe das Wochenende genossen. Ich habe einige Leute erst hier richtig kennengelernt und hatte viel Spaß.

Hast du eine Übersicht über all deine Ehrenämter? 

Ich bin seit 2019 Jugendwartin beim TTC Bad Krozingen, seit zwei Jahren Bezirksjugendvorsitzende im Bezirk Breisgau und kürzlich für den neuen Bezirk Südbaden in dieses Amt gewählt worden. Davor war ich schon eine Zeit lang für den Bereich Schul- und Breitensport im Bezirk zuständig. Das sind die TT-Ehrenämter - mehr weiter unten.

Wie kamst du zu deinem allerersten Ehrenamt? 

Ob ich das noch zusammenbekomme? Ich habe in meiner Jugend begonnen, als Teamerin bei Zeltlagern mitzuarbeiten. Wie ich dazu kam, weiß ich tatsächlich nicht mehr. Das lief, glaube ich, über meinen damaligen Freundeskreis und die Kirchengemeinde. Gemeinsam mit einem meiner Brüder war ich da einige Jahre engagiert. Das Thema Kinderfreizeit/-Zeltlager hat mich bis heute nicht losgelassen.

Wie viele Stunden investierst du in der Regel pro Woche in das oder die Ehrenämter?

Kann man das überhaupt zählen? Ich gebe momentan 11,5 Stunden Training pro Woche. Was noch dazu kommt, ist sehr unterschiedlich. Kurz vor einem Turnier sind es zahlreiche Stunden, aber auch sonst summiert es sich: da mal eine Mail beantworten, dort was organisieren, hier ein neues Vereins-Mitglied anlegen. Gefühlt, gibt es immer was zu tun. Zuletzt die Meldung für die neue Saison. Da gibt es als Bezirksjugendvorsitzende in den nächsten Wochen auch einiges zu machen. 

Es ist aber auch mein Anspruch an mich selbst, bei Anfragen schnell zu reagieren und mich zu kümmern. Wenn ich selbst etwas nicht weiß, erkundige ich mich bei anderen.

Was ist ganz besonders zeitintensiv?

Die Turniervorbereitungen - ganz klar! Liegt aber bestimmt auch daran, dass die Arbeit am PC nicht zu meinen besten Skills gehört, einiges wäre sicher schneller fertig, wenn ich es weniger umständlich machen würde.

Was ist der besondere Reiz eines Ehrenamtes?

Mir macht es Spaß, etwas mitzugestalten. Und wenn man hinterher merkt, dass es gut ankam, ist es umso schöner.

Wie spielt die Familie mit?

Tischtennis ist unser Familiensport. Unsere vier Jungs spielen Tischtennis, und auch mein Mann hat vor acht Jahren damit angefangen. Er ist auch anderweitig ehrenamtlich engagiert, das gehört bei uns einfach dazu.

Wie oft hast du für deine Tätigkeit schon Lob von Dritten geerntet?

Tatsächlich häufig. Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste Bezirksmeisterschaft, für die ich zuständig war. Ich war vor der Begrüßung extrem aufgeregt. Danach kamen aber zwei Personen und haben sich für die nette Begrüßung bedankt. Ab da gab es für mich keinen Grund mehr, aufgeregt zu sein. Das war schön.

Auch sonst bekommen wir (Marius, mein Stellvertreter im Bezirk, und ich) viele positive Rückmeldungen. Das spornt natürlich an.

Apropos Schmerzgrenze: Wie oft kam schon der Gedanke: „Jetzt reicht’s!“?

Ganz ehrlich: Der Gedanke kam in letzter Zeit schon mal auf, auch die Überlegung, wie viel Zeit ich dann hätte. Das lag aber hauptsächlich an einer schwierigen Situation bei uns im Verein und der damit verbundenen nervenzehrenden Arbeit. Aber dann kam auch schnell der Gedanke, dass es dann doch ganz schön langweilig wäre. Außerdem: Was würde ich ohne die ganzen TT-begeisterten Menschen um mich herum machen?!

Hast du Ehrenämter außerhalb des Tischtennis? 

Ja, die hab‘ ich! Ich bin in unserer Kirchengemeinde musikalisch engagiert. Da gibt es regelmäßig sonntagabends Einsätze, komischerweise häufig nach einem langen Turniertag. Außerdem bin ich im Sommer zwei Wochen als Köchin in einem Zeltlager dabei, mitsamt Vorbereitungstreffen ab März/April. Das ist inzwischen auch ein Familienprojekt geworden. Mein Mann ist mit in der Küche, und unsere zwei großen Jungs sind auch schon als Teamer dabei.

Du spielst selbst noch Tischtennis? 

Ich spiele nicht mehr aktiv, sondern konzentriere mich voll auf die Jugendarbeit mit all ihren Facetten.

Auf welche sportlichen Erfolge bist du besonders stolz?

Ich war in meiner Jugend in Schwäbisch Hall mal Stadtmeisterin bei den Mädchen, die Altersklasse hab‘ ich vergessen.

Und welche Niederlage nagt an dir bis heute?

Ich wüsste keine.

Warum bist du nicht Nationalspielerin geworden?

Wahrscheinlich, weil ich mit 16 Jahren beschlossen habe aufzuhören.

Welchen Anteil an deinem sportlichen Werdegang hatten deine Eltern?

Sie haben meine Brüder und mich immer angespornt, Sport zu machen, angefangen mit Kinderturnen. Wir haben uns immer viel bewegt.

Wie oft gab es Momente, da du dir sagtest: Ich denke, jetzt ist es am besten, mit dem Tischtennis aufzuhören?

Nur das eine Mal, mit 16 Jahren. Ich bin froh, dass ich über meine Kinder wieder zum Tischtennis gefunden habe.

Was sollten Vereine tun, um neue Mitglieder, zumal Jugendliche, zu gewinnen?

Im Ort präsent sein durch verschiedene Aktionen, sei es mit einem Waffelstand am Dorffest oder der Mitgestaltung der Projekttage an der Grundschule. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen.

Bald gibt es im Verband deutlich weniger Bezirke: Ist das gut?

Können wir in einem Jahr noch mal darüber reden? Spaß beiseite. Es wird bei uns in Südbaden sicherlich eine Herausforderung werden, da die Wege doch sehr weit sind. Ich hoffe, dass sich vor allem bei den Bezirksturnieren nicht so viele von den Fahrtstrecken abschrecken lassen.

Was macht rund ums Tischtennis am meisten Freude?

Zum einen natürlich, wenn die Kids glücklich aus der Halle rausgehen und auch ich das Gefühl habe, dass es eine runde Sache war. Ich leite seit Anfang 2025 auch noch eine Ping-Pong-Parkinson-Gruppe, das ist wirklich ein toller Ausgleich zum trubeligen Jugendtraining.

Hast du, neben Tischtennis, weitere Hobbys?

Ich backe leidenschaftlich gern. Davon profitieren vor allem die Mannschaften meiner zwei großen Jungs, die vor drei Jahren zur FT 1844 Freiburg gewechselt sind. Da ich häufig zum Zuschauen bei den Heimspielen bin, aber auch mal zum einen oder anderen Spieltag auswärts mitfahre, nutze ich diese Gelegenheiten und backe, was das Zeug hält. Ansonsten bin ich gern kreativ tätig, und ich lese sehr gern und sehr viel.

bei der Zukunftswerkstatt (Klausurtagung) TTBW

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