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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (22), heute: Siegfried Schweiß, SV Sillenbuch

„Ich investiere jede freie Minute - und noch mehr“

Siegfried Schweiß, geboren am 29. Mai 1980 in Oberkirch (Ortenau). Heutiger Wohnort Stuttgart-Degerloch, dorthin kam er durch sein Architekturstudium in Stuttgart. Erster Verein TTF Oberkirch, jetzt SV Sillenbuch. Ledig, keine Kinder.

Hast du eine Übersicht über all deine Ehrenämter?

Schulbeauftragter Bezirk Stuttgart; Aus und Fortbildung Bezirk Stuttgart; Schulkreis Stuttgart Beauftragter „Jugend trainiert für Olympia“; Abteilungsleitung SV Sillenbuch, Tischtennis, und SV Hoffeld, Tischtennis; Schulbeauftragter TTBW; Mannschaftsführer von Herren 2 und 1 vom SV Sillenbuch; Betreuer und Mannschaftsführer einiger Jugendmannschaften von Sillenbuch und Hoffeld, ebenso Jugendleitung dieser Vereine.

Du bist in Sachen Tischtennis stark im schulischen Umfeld tätig: ehrenamtlich und sogar hauptamtlich.

Ich bin als Tischtennistrainer hauptberuflich seit über 20 Jahren tätig und mache ebenso lange schon fünfmal die Woche nachmittags auch wöchentliches Angebot im Ganztag von Grundschulen und der Klassen 5 bis 7 an weiterführenden Schulen (als AG). Abends bin Ich Trainer in drei verschiedenen Vereinen - für alle Altersklassen und Leistungsniveaus, bis hin zur deutschen Jugendspitze und – aktuell - der Erwachsenen-Oberliga Baden-Württemberg.

Wie kamst du zu deinem allerersten Ehrenamt? Hat dich ein bestimmter Mensch motiviert oder ein bestimmtes Thema?

Ich hatte einen inspirierenden Deutsch-Lehrer an der Realschule in der 5. Klasse, dieser war ein toller, motivierender Fußball-Coach in seiner Freizeit und war ein sehr starkes und großes Vorbild für genau das, was in meinem Verein in Oberkirch damals etwas gefehlt hatte.

Wie viele Stunden investierst du in der Regel pro Woche in das oder die Ehrenämter?

Jede freie Minute - und noch mehr.

Was ist ganz besonders zeitintensiv?

Strukturen sinnvoll aufzubauen und zu verbessern sowie Leute zu erinnern und für Dinge zu gewinnen.

Was ist der besondere Reiz eines Ehrenamtes?

Gemeinsam etwas Großes mit Freude zu erreichen, was allein nur in Teilen möglich wäre.

Wie spielt die Familie mit?

Meine Familie und wirklichen Freunde kennen und respektieren/schätzen meinen Einsatz und meine Leidenschaft.

Wie oft hast du für deine Tätigkeit schon Lob geerntet?

Lob gibt es grundsätzlich nicht so viel wie Ungeduld und Kritik, aber man kann da auch ein gutes Vorbild sein und damit anfangen (also mit dem Lob). Und Kritik ist immer gut, wenn sie persönlich und sachlich direkt an die Leute geht - mit der Chance, dadurch zu wachsen.

Apropos Schmerzgrenze: Wie oft kam schon der Gedanke: „Jetzt reicht’s?“

Es gibt auch Momente, in denen man Negatives verarbeiten muss, das soll kein Geheimnis sein. Und manchmal muss man auch Dinge beenden, wenn es nicht funktioniert.

Hast du Ehrenämter außerhalb des Tischtennis?

Ja, ich unterstütze aufstrebende Künstler in Kunst und Musik.

Wie kann man sich hauptamtlich mit Tischtennis über Wasser halten?

Mit Teamarbeit, Ausdauer, Leistungsbereitschaft und voller Leidenschaft und Freude. Und grundsätzlich sollte es nicht nur das Ziel sein, sich über Wasser zu halten, sondern – Vorsicht, eigenes Zitat! - mit Spaß aktiv und bewusst in die richtige Richtung zu schwimmen.

Du spielst selbst noch regelmäßig im Verein Tischtennis?

Ja, aktuell in der Landesklasse Herren in Sillenbuch. Ich habe immer leicht über oder leicht unter 1800 TTR-Punkte. Ich denke, dann weiß jeder, dass dies noch sehr ordentlich ist. Diesen Anspruch habe ich als Spieler und Trainer, so kann ich gut Vorbild und Beispiel sein.

Wann hattest du deinen ersten Schläger in der Hand?

Mit neun Jahren.

Auf welchen sportlichen Erfolg bist du besonders stolz?

Auf die Deutsche Vizemeisterschaft im Jahr 2023 der Jungen 15 mit dem SV Sillenbuch, dann den Deutschen Jungen-U18-Meistertitel mit DJK SB Stuttgart 2009; außerdem den Aufstieg in der Oberliga Erwachsene 2026 mit dem SV Sillenbuch und Gewinn der Bronze-Medaillen bei den „Deutschen“ im Pokal Herren B und im Herren-B-Einzel. Und ganz aktuell, an diesem 17. Mai 2026, auf den Gewinn der Erwachsenen-A-Pokalmeisterschaft mit dem SV Sillenbuch als Spieler und Trainer

Und welche Niederlage nagt an dir bis heute?

Eine positive Motivation kennt nur das Gegenteil.

Warum bist du nicht Nationalspieler geworden?

Weil ich schon mit 14 gemerkt habe, dass die Tätigkeit als Trainer eher meine Leidenschaft wird. Und um anderen die Möglichkeit zu geben, durch mein Training es selbst bis in die Nationalmannschaft zu schaffen. Was viele nicht wissen: Ich habe schon in Wales viele Jahren mit der Jugendnationalmannschaft mitgearbeitet, bei Lehrgängen und Turnieren. Das habe ich auch schon in Schweden mit Jugendnationalspieler/innen getan. Eine ganz tolle und wichtige Erfahrung.

Gibt es so was wie einen Lieblingsgegner?

Da bin ich sehr flexibel. Ich trainiere und spiele mit meinen Angstgegnern lieber so lange, bis ich nicht mehr gegen sie verliere oder sie nicht mehr gegen mich spielen wollen. In dem Moment bekommen sie dann gerne einen Vorsprung,

Welchen Anteil an deinem sportlichen Werdegang hatten deine Eltern?

Sehr großen, da sie mir alle Freiheiten zur Entwicklung gelassen haben. Und sie sind stolz auf mich und was ich geworden bin beziehungsweise was ich erreicht habe.

Wie oft gab es schon Momente, da du dir sagtest: Ich denke, jetzt ist es am besten, mit dem Tischtennis aufzuhören?

Nie.

Welches ist der/die beste baden-württembergische TT-Spieler/in aller Zeiten?

Hongi Gotsch (Böblingen) und Jan Ove Waldner, als er in Plüderhausen spielte.

Was sollten Vereine tun, um neue Mitglieder, zumal Jugendliche, zu gewinnen?

Begeisterung erzeugen bei Jugendlichen - an Schulen und beim Probetraining im Verein. Und viele engagierte Leute haben, die eben Leute begeistern und Spaß vermitteln können.

Gibt es Tischtennisregeln, die man ändern sollte?

Wichtig kann auch sein, Dinge nicht zu verändern.

Und gibt es Regeln, die man einführen sollte?

Fällt mir nichts ein.

Hast du, neben Tischtennis, weitere Hobbys?

Zeichnen, Keyboard spielen, nachhaltige Architektur, Musik hören.

Siegfried mit seinem Schützling Leon Lühne
Siegfried Schweiß inmitten seiner 1. Herren des SV Sillenbuch

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