Florian Scheer, Fachhochschulreife, IT-Lizenzmanager bei der Firma Sick AG. Geboren wurde er am 31. Juli 1985 in Herbolzheim. Wohnort: aktuell noch Ettenheim, bald wieder Ringsheim. Florian Scheer ist verheiratet und hat ein Kind. Sein Verein ist der Tischtennisclub Blau-Weiß Ringsheim e.V.
Der TTC Ringsheim veranstaltet am kommenden Samstag, 9. Mai, den Verbandsentscheid der Mini-Meisterschaften: große Vorfreude für dich als Vorsitzender - oder eher große Nervosität?
Eher große Nervosität, weil ich möchte, dass die Veranstaltung ein Erfolg wird und alles weitestgehend reibungslos funktioniert. Wenn alles klappt, werde ich sicher mit großer Freude auf dieses Event zurückblicken.
Wie viele Personen waren bei der Vorbereitung bislang schon im Einsatz, und wie viele werden es insgesamt sein?
Man kann sagen, dass in der Vorbereitung die ganze Vorstandschaft im Einsatz ist, mit immerhin zwölf Personen. Das Kernteam für den sportlichen Ablauf und das Drumherum besteht aus etwa fünf Personen. Ich habe noch einige Lücken im Helferplan zu füllen. Ziel ist, rund 70 Helfer einzubinden. Insbesondere die erforderliche Anzahl an Schiedsrichtern – immerhin rund 40 - stellen mich vor eine Herausforderung.
Wie viele Jungen und Mädchen erwartet ihr?
Wir erwarten 60 Jungen und 60 Mädchen. Wir wollen jede Altersklasse nacheinander spielen lassen, immer rund 40 Kinder. Die U8-Kinder beginnen am Vormittag, am Mittag die U10-er und am Nachmittag die U12-er. Gespielt wird an 18 Tischen.
Was war das Hauptmotiv für den Verein, sich um diese Veranstaltung zu bewerben?
2023 haben sich einige Kinder von uns für den Verbandsentscheid qualifiziert. Erfreulicherweise spielen alle nun auch bei uns aktiv im Rundenbetrieb. Betreuer, Eltern und Kinder waren von dieser Veranstaltung so begeistert, dass die Idee entstanden ist, uns für unser Jubiläumsjahr 2026 zu bewerben. Damals hat sich das Jahr 2026 noch so unglaublich weit weg angefühlt. Und jetzt ist es schon so weit.
Was waren im Vorfeld die zeitintensivsten Aufgaben?
Für mich persönlich der Helferplan und die Abstimmungstermine zum sportlichen Ablauf und zum Rahmen der Veranstaltung. Aus den Abstimmungsterminen geht man ja selten ohne Aufgaben nach Hause, zumindest nicht, wenn man Vorsitzender ist.
Seit wann hast du den Vorsitz inne?
Seit 2022. Natürlich nach intensivem Wahlkampf und Kampfabstimmung – wie überall…
Ist es dein allererstes Ehrenamt? Hat dich ein bestimmter Mensch motiviert oder ein bestimmtes Thema?
Ich bin seit rund 25 Jahren in der TTC-Vorstandschaft. In dieser Zeit war ich bereits Jugendbeisitzer, Schriftführer und Schülerwart. Ich kann es nicht genau erklären, aber aus einem unerklärlichen Grund liegt mir der Verein und die Menschen, von denen man so viel weiß und mit denen man viele schöne Momente erlebt hat und erlebt, sehr am Herzen.
Hast du weitere Ehrenämter?
Nein, ich bin der Meinung, dass sich auch andere engagieren dürfen. Ich erfülle damit mein gesellschaftliches Soll.
Wie viele Stunden investierst du in der Regel pro Woche in das Ehrenamt?
Es gibt Wochen mit kaum Aufwand und Wochen mit enormem Aufwand, etwa vor besonderen Veranstaltungen. Ich rede mir ein, dass es im Schnitt pro Woche fünf Stunden sind.
Was ist für dich der besondere Reiz eines Ehrenamtes?
Gemeinsam als Verein tolle Dinge zu erreichen, auf die man als Mitglied und als Vorstandschaft stolz sein kann. Und nicht zuletzt den Verein sowie den Tischtennissport im Ort auf einem modernen Niveau am Leben zu erhalten.
Wie spielt der Partner mit, die Familie?
Meine Frau Saskia ist selbst ehrenamtlich tätig. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mich immer unterstützt und mir den Rücken frei hält für meine Tätigkeiten.
Wie oft hast du für deine Tätigkeit schon Lob von Dritten geerntet?
Oh, das weiß ich gar nicht. Ein aufrichtiges Lob ist auf jeden Fall eine schöne Bestätigung für die Zeit und Arbeit.
Apropos Schmerzgrenze: Wie oft kam schon der Gedanke: „Jetzt reicht’s?“
Der kommt tatsächlich immer mal wieder. Es gibt immer gute und schlechte Momente in einem Verein beziehungsweise in der Ehrenamtstätigkeit. Wichtig ist, dass die guten Momente überwiegen.
Du spielst selbst aktiv Tischtennis?
Ich spiele bei uns in Ringsheim. Ich versuche zweimal pro Woche zu trainieren. Mit der Karriere läuft es schleppend. Hier vermisse ich tatsächlich, dass ich nicht frei von anderen Themen trainieren kann.
Wann hattest du deinen ersten Schläger in der Hand?
Möglicherweise war es bei den Mini-Meisterschaften. Auf jeden Fall war dies in der Grundschule. Und bestimmt war es Susanne, meine Vorgängerin, welche auch heute noch Trainerin ist.
Auf welche sportlichen Erfolge bist du besonders stolz?
Das war kein sportlicher Erfolg im eigentlichen Sinne. 2009 stand es in Ringsheim nicht gut um den Erwachsenensport, da die 1. Mannschaft sich aufgelöst hatte. Wir haben es aber geschafft, ehemalige Nachwuchsspieler und einen alten Hasen wieder für den Rundenbetrieb zu begeistern und haben das Fundament für den Erwachsenensport erhalten.
Und welche Niederlagen nagen an dir bis heute?
Ich möchte keinem zu nahe treten. Aber in der Regel die nach Spielen, die ich eigentlich gewinnen musste.
Warum bist du nicht Nationalspieler geworden?
Mir fehlt ganz klar das Händchen und das Talent für hochklassiges Tischtennis. Aber ich glaube weiterhin an mich.
Welchen Anteil an deinem sportlichen Werdegang haben deine Eltern?
Meine Eltern sind keine Tischtennisspieler. Ich durfte mein Hobby aber frei wählen, was für meinen Werdegang entscheidend war.
Wie oft gab es schon Momente, da du dir sagtest:‘ Ich denke, jetzt ist es am besten, mit dem Tischtennis aufzuhören?‘
Oft – zumal ich im Training viel mehr kann, als ich in Rundenspielen zeige. Ich bin sehr ehrgeizig.
Welches ist der/die beste baden-württembergische TT-Spieler/in aller Zeiten?
Ich muss zugeben, ich kenne mich da leider zu wenig aus. Ich kenne ein paar Namen aus Offenburg und Hohberg, damit hat es sich aber schon.
Was sollten Vereine tun, um neue Mitglieder, zumal Jugendliche, zu gewinnen?
Für uns sind die Orts-Minimeisterschaften hier maßgeblich. Ohne diese Turnierform würde es keine Zusammenarbeit mit der Schule und keine jährlichen neuen Jahrgänge bei uns im Verein geben. Darüber hinaus steht und fällt es mit einer guten Vereinsarbeit, mit Ausflügen und motivierten Trainern und Betreuern.
Gibt es Tischtennisregeln, die man ändern sollte?
Ich finde das Braunschweiger System bei unterschiedlicher Anzahl an Spielern im Nachwuchsbereich nicht optimal. Dadurch wird man verleitet, aus taktischen Gründen einen schwachen vierten Spieler lieber zu Hause zu lassen. Es ist leider Realität, dass dies Meisterschaften entscheiden kann.
Und gibt es Regeln, die man unbedingt einführen sollte?
Ich hätte nichts gegen ein Noppenverbot.
Infos:
- Mini-Meisterschaften: Seit 1983 nahmen bundesweit fast 1,5 Millionen Mädchen und Jungen an einem der bisher insgesamt über 59.500 Ortsentscheide teil.
- Austragungsort des Verbandsentscheids ist die Kahlenberghalle in Ringsheim, Prälat-Schofer-Straße 1. Zuschauer herzlich willkommen. Die Halle ist gut per Bahn (Bahnhof Ringsheim) wie auch über die Autobahn A 5 erreichbar (Ausfahrt Ettenheim/Ringsheim). Um 9.30 Uhr beginnt die Veranstaltung mit dem Einlauf der Teilnehmer sowie der offiziellen Begrüßung. Im Anschluss starten die Turniere der Nachwuchsklassen: Den Auftakt macht die U 8 um 10 Uhr, gefolgt von der U 10 ab 12.30 Uhr und der U 12 ab 15.30 Uhr. Gegen 14 Uhr ist ein Tischtennis-Showkampf geplant. Das Turnier endet gegen 18:30 Uhr.


