Pfingstsamstag und -sonntag: Während viele in unseren Vereinen und Bezirke die Feiertage – und das gute Wetter – für Urlaub und Ferien, Auszeiten und Ausflüge nutzten, folgte eine Gruppe von Enthusiasten – so darf man es wohlwollend sagen – der Einladung des Verbandes TTBW zu einer Tagung in der Sportschule Albstadt-Tailfingen. Einer Tagung, in der es um Basis-Dinge ging. Dinge, die viele Vereinsverantwortliche beschäftigen und sie mitunter um den Schlaf bringen. Anbei wesentliche Fragen, die an den beiden Tagen aufgeworfen wurden, samt Antworten.
Wer war zur Tagung eingeladen?
Im Grunde alle Menschen im Verband TTBW, die in irgendeiner Weise sich kraft Amtes um die Rekrutierung von Mitgliedern und Ehrenamtlichen in ihren Vereinen und Bezirken kümmern.
Wie war die Teilnehmerzahl?
Sagen wir mal so: Es gab noch viele freie Betten. Mag sein, dass nach einer langen Saison bei vielen Verantwortlichen die Luft raus war und sie einfach Abstand brauchten vom Tischtennisbetrieb. Mag sein, dass sie längst ihren Urlaub gebucht hatten. Bedauerlich, dass einige, angemeldet, noch kurzfristig abgesagt haben.
Welches Fazit kann man ziehen?
Es waren lediglich 16 Personen dabei, davon allein sechs Mitglieder des Präsidiums: Diese wollten damit auch ein Zeichen setzen für die Wertschätzung des Ehrenamts und der Ehrenamtlichen in unserem Verbandsgebiet, egal wie und auf welchen Ebenen sich diese einbringen. Kein Zweifel: Es gehört schon eine Menge Liebe zu unserer Sportart und den Akteuren dazu, um sich zwei Tage zum Nachdenken und Nachvornedenken in einen Seminarraum zu setzen. Doch wer dabei war, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach den Heimweg in der Überzeugung angetreten haben: „Ich habe neue Ideen aufgeschnappt. Ich habe neue Menschen kennengelernt. Das Wochenende hat sich gelohnt!“
Wer hat besonderes Lob verdient?
Der Erfolg der Tagung lag auch an der starken Vorbereitung und Betreuung durch Melanie Timke, Ressortleiterin Engagementförderung, Moderatorin Alexandra Berninger, die behutsam durch die anderthalb Tage führte, und Wieland Speer, Vizepräsident Sportentwicklung. Sehr hilfreich die Vorab-Umfrage unter den Teilnehmern. Dadurch konnten Schwerpunktthemen herausgefiltert werden, es musste nicht bei null begonnen werden. So blieb genügend Zeit fürs Wesentliche.
Zur Sache: Was brauchen wir in den Vereinen und Bezirken zuvorderst?
Wir brauchen (mehr)…
- Mitglieder
- Hobbyspieler, die nach und nach zu Teammitgliedern werden
- Outdoor-Tischtennis: Wir wollen mehr Menschen, Alter egal, von der TT-Platte im Schulhof oder auf dem Dorfplatz in die Halle bringen
- Projektwochen an den Schulen, außerdem AG‘s und Aktionstage (analog „Handballtag“), Boys and girls days
- ehrenamtliche Mitarbeiter
- Mädchen und Frauen
- Schiedsrichter
- Übungsleiter und lizenzierte Trainer
- Junge Unterstützer (FSJ / BFD): Wir müssen Werbung in den Abgängerklassen an Schulen machen.
- Manche Ziele sind ohne Geld nicht zu stemmen, also müssen wir uns um Sponsoren kümmern.
- Zeit
Wie können Menschen im Ehrenamt unterstützt werden?
- Durch Führung, durch Mentoren, durch Patenschaften, durch „Loben und Coachen“
- Digitalisierung und KI-Tools können auch im Tischtennis sinnvoll sein
- Übergabe von Ämtern optimieren, Wissen weitergeben. Ein Leitfaden kann sehr hilfreich sein.
- Liste erstellen mit Anleitungen für Events und Prozesse sowie der Ansprechpartner (jeder muss wissen, wann er welche Infos an wen geben muss)
- MKTT-Schulung, click-tt-Schulung: Nicht alle wissen, die man derlei handhabt.
- Im Verband/ in den Bezirken: klares Ablagesystem erstellen mit Informationen, Anleitungen, Checklisten. Derlei Anleitungen müssen leicht auffindbar sein.
- E-Mail-Leitfaden: Soll Text in Ablage – oder in den Papierkorb?
- Ansprechpartner für technische Probleme benennen (technische Hotline muss auch am Wochenende funktionieren)
- Technik günstig über „Stifter Helfen“ organisieren (das IT-Portal Stifter-helfen stellt Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen Produktspenden, Infos, Sonderkonditionen sowie Serviceleistungen und Beratung zur Verfügung)
- Prozesse definieren und beschreiben. Beispiel: Übersicht erstellen, wie ein Turnier veranstaltet wird.
- Turniergenehmigungen frühzeitig an die SR melden: (schiedsrichter.einsatzleitung@ttbw.de) 4
Wie kann für potenzielle und aktuelle Ehrenämtler Wertschätzung erzeugt werden?
- Jede/r Akteur/in ist aufgefordert, Begeisterung vorzuleben.
- Aufmerksamkeiten (kleine Geschenke, „Trainerteam“-Hoodies oder -Shirts) tragen auf allen Ebenen zu Engagement und Bindung bei.
- Jubilare: Bei allen Ehrenämtlern Ämter auf dem Laufenden halten (Beginn Amtszeit, Auszeichnungen usw.); jemanden nominieren, der Jubilare betreut (Anruf an Geburtstagen)
- Zertifikate für Bewerbungen erstellen.
- Gegenseitiges Motivieren, Loben und Coachen
Wie können Strukturen und Prozesse auf Ebene der Bezirke und des Verbandes optimiert werden?
- (zeitlich befristete) Projektgruppen initiieren/leiten
- Kommunikation zwischen den Hauptausschüssen fördern (horizontale Kommunikation und gemeinsame Ideenfindung)
- Bei allen Meetings/Tagungen: Aufgabenkatalog, Verantwortlichkeiten und Deadlines benennen
„Tue Gutes und rede darüber!“ hört man immer wieder im Umfeld von Veranstaltungen aller Art.
Das gilt auch für die Vereine, Bezirke sowie die Verantwortlichen auf TTBW-Verbandsebene. Beispiele:
- Wir müssen das Marketing ausbauen.
- Wir müssen öffentlichkeitswirksam/kreativ auf unsere Sportart aufmerksam machen (Mäxle-Weltrekord; bei jedem Dorf- und Heckenfest TT-Tische aufbauen, „TTBW on tour“ noch stärker einsetzen…)
- Wir müssen, neben Homepage und Newsletter, alle weiteren vernünftigen Kanäle stärker nutzen (Social Media/Youtube/Instagram) und nach Fachleuten fahnden
- Ein Song mit Ohrwurmcharakter täte unserer Sportart/unserem Verband gut
- Auch ein Slogan (TTBW = ?) könnte hilfreich sein.
Was sollte mittel- beziehungsweise langfristig angestrebt werden?
- Tischtennis als Schulpflichtfach – warum nicht?! Das wäre natürlich ein dickes Brett, das es zu bohren gäbe. Kontakte knüpfen mit Bildungspolitikern könnte einen Anfang darstellen.
- Regeländerungen, die den Sport vereinfachen, sollten in die Wege geleitet werden. Über allem steht: Der TT-Sport sollte leicht verständlich sein.
Fazit?
Nach den beiden Videokonferenzen war die Tagung die dritte Veranstaltung seit dem Verbandstag im Juni 2025, die sich gezielt mit Themen des Ehrenamts beschäftigte. Das Präsidium ist gewillt, auch in der neuen Saison Themen zu erörtern, die die Alltagsarbeit erleichtern können.



















































