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Deutsche Mannschaftsmeisterschaften Jugend 15 in Bietigheim-Bissingen und Jugend 19 in Osterburg

TTC immoXone Bietigheim-Bissingen ist deutscher Mannschaftsmeister, alle 4 BaWü-Vertreter gewinnen Medaillen!

Foto (Wolfgang Laur): Bronzemedaille - die Mädchen 19 des TSV Herrlingen

Der TTC immoXone Bietigheim-Bissingen hat es geschafft: In der heimischen Sporthalle am Viadukt sicherten sich die U 15-Jungs den deutschen Mannschaftsmeistertitel durch einen 6:1-Finalerfolg über den SV 28 Wissingen. Aus baden-württembergischer Sicht schaffte auch der TSV Korntal den Sprung ins Endspiel, musste sich jedoch dem Nachwuchs von Borussia Düsseldorf mit 3:6 beugen. 

Aufschlag Maximilian Stüer, ein sicherer Return von Tien Nghia Phong, dann geht der Topspin des Wissinger Spieler ins Aus und es brechen alle Dämme. Die Kameraden von „Tini“ Phong und das Betreuerteam des TTC immoXone Bietigheim-Bissingen hält schon lange nichts mehr auf den Bänken, nun sind auch die Spielfeldumrandungen vor nichts mehr sicher. Jubelnd und schreiend rennen die Bietigheimer auf „Tini“ Phong zu, gemeinsam verschwindet man in der triumphierenden Spielertraube. In einer Wiederauflage des Vorjahresfinales behielt der TTC immoXone Bietigheim-Bissingen über den SV 28 Wissingen die Oberhand, wobei sich das 6:1 etwas deutlicher anhört als es im Endeffekt bei 18:12 Sätzen war. Schließlich gingen die ersten drei Paarungen allesamt in den Entscheidungssatz und in allen drei Fällen verbuchte der TTC das bessere Ende für sich. Einen „big point“ fuhr zu Beginn das Doppel Tien Nghia Phong/Serhii Yatsenki jr. gegen Kirill Manalaki/Terry Choi ein, indem es einen 0:2-Satzrückstand noch in den Sieg umwandelte. Auch das Doppel Fynn Nickel/Arek Gaboyan punktete, genauso wie im Einzel Tien Nghia Phong (2), Serhii Yatsenko jr. und Fynn Nickel, der unter der Woche noch krank war und nur im Finale zum Einsatz kam. Dort sorgte er mit einem 12:10 im fünften Durchgang gegen Jonas Unland (nach Abwehr eines Matchballs) für das vorentscheidende 5:1. 

In der Vorrunde hatte sich der gastgebende TTC mit 6:1 gegen den TSV Holzhausen, mit 6:2 gegen den TTC Finow Eberswalde und mit 6:4 gegen die DJK SpVgg Effeltrich durchgesetzt, das Halbfinale gegen den SV Union Velbert war beim 6:1 eine relativ klare Angelegenheit. Nach der bitteren Finalniederlage im vergangenen Jahr (bei 5:5 und einem nur hauchdünn schlechteren Satzverhältnis) gegen die Niedersachsen vom SV 28 Wissingen klappte es nun mit der Wiedergutmachung. „Das Spiel vom letzten Jahr hatten wir schon noch im Kopf, wir wollten die Revanche“, sagte Tien Nghia Phong. Bietigheims Macher Matthias Grünenwald zollte dem TTC-U15-Team ein Riesenkompliment. „Mit Ausnahme von Tini haben die anderen vor vier Jahren mit dem Tischtennissport angefangen, seitdem drei Mal pro Woche trainiert. Da steckt viel Fleiß dahinter, die Jungs haben verinnerlicht, was man ihnen lehrte. Nun haben sie sich für ihre Arbeit belohnt“, sagte der TTC-Abteilungsleiter. Und er ergänzte: „In der Mannschaftsbesprechung habe ich den Jungs klar gemacht, dass man oft lange auf seine zweite Chance warten muss und sie manchmal auch gar nicht bekommt. Heute war die Chance da und sie wurde genutzt.“ Für den neuen Deutschen Mannschaftsmeister spielten: Tien Nghia Phong, Serhii Yatsenko, Fynn Nickel, Areg Gaboyan, Kilian Bossert und Theo Müller. 

Bei den Mädchen 15 marschierte der mitfavorisierte TSV Korntal ohne allzu großen Aufwand durch die Vorrundengruppe: 6:0 gegen den FC Bayern München, 6:0 gegen den 1. FC Saarbrücken-TT und 6:1 gegen den Hundsmühler TV. Auch im Halbfinale wurde der TSV gegen den TV 1868 Bad Orb beim 6:1 nicht über Maßen gefordert. Im Endspiel gegen Borussia Düsseldorf lief der Auftakt keineswegs nach Wunsch, das 0:2 aus den Eingangsdoppeln versetzte dem Team um Trainerin Szilvia Kahn einen ersten Nadelstich. Durch die Erfolge von Kira Aeberhard (2) und Dana Haspel blieb der TSV auf Tuchfühlung, doch es reichte nicht. Groß war der Jubel bei den Düsseldorfern nach dem 6:3-Finaltriumph. „Wir hatten nicht unbedingt mit dem Endspieleinzug gerechnet“, sagte deren Trainer Pedro da Silva, „wir sind aber mental stark aus dem Halbfinale gekommen. Das 2:0 aus den Anfangsdoppeln war natürlich super. Jetzt gehen wir erstmal schwimmen ins Bad nebenan.“ Beim TSV Korntal wich die Enttäuschung über das verlorengegangene Endspiel dem Wissen, etwas Besonderes geleistet zu haben. „Wir haben nicht den Titel verloren, sondern die deutsche Vizemeisterschaft gewonnen“, sagte Szilvia Kahn. Für den TSV Korntal spielten Kira Aeberhard, Chenhao Chen, Dana Haspel und Sina Ranft. 

An einem brütend heißen Wochenende mit Außentemperaturen nahe der 40-Grad-Marke – und gemessenen 35 Grad in der Halle - stießen alle Beteiligten in der Sporthalle an ihre Grenzen. Handventilatoren waren im Einsatz, mit Wassersprühflaschen wurde für Erfrischung gesorgt, allenthalben wurden Schlägerblätter oder Fächer gewedelt. „Man sollte sich ernsthaft überlegen, unter diesen Bedingungen eine Deutsche Meisterschaft durchzuführen“, sagte ein Korntaler Schlachtenbummler – und stand mit seiner Meinung nicht alleine da. Mit 500 gratis ausgegebenen Getränkeflaschen kam der Gastgeber den Teilnehmern entgegen, die Schiedsrichter erlaubten in der Handtuchpause (nach jeweils sechs Punkten) den Griff zur Wasserflasche. 

Insgesamt 40 Schiedsrichter, vornehmlich aus dem TTBW-Gebiet, aber auch aus Baden und Bayern, waren an den beiden DM-Tagen im Einsatz. „Ich habe größten Respekt vor den Spielerinnen und Spielern, die hier mit großem Einsatz dabei sind“, sagte Martin Reinauer, der gemeinsam mit Werner Nüssle als Oberschiedrichter fungierte. Hielt sich die Stimmung am ersten Tag noch im Rahmen, stiegen die Dezibel mit der Wichtigkeit der Spiele kontinuierlich an. Bei den abschließenden Finalspielen verstand man ob des ohrenbetäubenden Lärms zuweilen sein eigenes Wort nicht mehr. Deutliches Indiz für die Geschlossenheit der Teams, in denen jedes Mitglied für den anderen einstand. Ganz besondere Geräusche vernahmen die Organisatoren während der Vorbereitungen am Freitagabend, als Rockstar Peter Maffay am nahegelegenen Viadukt buchstäblich den Fans einheizte. „Er hat schon mal die sieben Brücken für unseren Erfolg gelegt“, sagte Matthias Grünenwald und lächelte. 

Abseits der sportlichen Ereignisse in Bietigheim-Bissingen wurde am Wochenende ebenso der Blick nach Osterburg in Sachsen-Anhalt gerichtet, wo die Meisterschaften der Jugend 19 zur Austragung kamen. Auch dort landeten die baden-württembergischen Teams weit vorne. Die Mädchen des TSV Herrlingen schafften mit zwei Siegen und einer 3:6-Niederlage gegen den MTV Engelbostel-Schulenburg den Sprung ins Halbfinale, indem man sich dann dem späteren Titelträger FC Bayern München mit 1:6 geschlagen (Ehrenpunkt durch Yixuan Li) geben musste. Neben Yixuan Li gingen Ina Grob, Luisa Schreiber und Laura Ligay für den TSV an den Start. Der TTC immoXone Bietigheim-Bissingen wurden in der Vorrunde nur beim 6:3 gegen den USV Jena gefordert, zusätzlich gab es noch zwei glatte 6:0-Erfolge gegen Hertha BSC Berlin und den TV 03 Wörth zu bejubeln. Ähnlich souverän agierte das TTC-Quartett in der Vorschlussrunde gegen den TV Eschersheim, das 6:1 bescherte dem Team den Einzug ins Finale. In diesem behielt dann der favorisierte SV Union Velbert mit seinen Topspielern Noah Hersel und Johann Magnus Mahl mit 6:2 die Oberhand. Deutscher Vizemeister wurde der TTC mit Davi Koji Fujii, Len Müller, Lars Hübner und Lasse Mähnert.

Zu den Ergebnissen der beiden Deutschen Meisterschaften geht es hier:

https://www.tischtennis.de/mkttonline.html

Tischtennis Baden-Württemberg gratuliert allen vier Teams zu den großartigen Erfolgen!

Bericht: Thomas Holzapfel

Fotos: Volker Arnold

Foto (Volker Arnold): Deutscher Meister - die Jungen 15 des TTC Bietigheim-Bissingen (links) mit ihren Finalgegnern
Deutscher Meister der Jungen 15: TTC immoXone Bietigheim-Bissingen
Siegerehrung Jungen 15
Siegerehrung bei den Mädchen 15: Deutscher Vizemeister TSV Korntal
Die Jungen 19 des TTC Bietigheim-Bissingen wurden Deutscher Vizemeister.

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