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„mini-Meisterschaften: Der Bezirk Hohenlohe ist mit 24 Ortsentscheiden Spitzenreiter“

Am 9. Mai findet nun das große Verbandsfinale in Ringsheim statt.

Wieland Speer (links) und Armin Zeh

Wieland Speer ist seit der Geburtsstunde der mini-Meisterschaften in Deutschland – das war in der Saison 1983/84 - als Ausrichter ehrenamtlich dabei. „Ich habe über 100 Ortsentscheide durchgeführt“, teilt er mit, „von 1990 bis 1994 war ich sogar als Breitensportreferent des DTTB hauptberuflich für die bundesweite Organisation verantwortlich." 

Die mini-Meisterschaften sind die größte Breitensport-Werbeaktion für Kinder bis zwölf Jahre in Deutschland, sowohl hinsichtlich der Teilnehmerzahl (mehr als 1,5 Millionen Kinder) als auch hinsichtlich der Veranstaltungen (weit über 50.000 Ortsentscheide. 43 Jahre – ein echter Dauerbrenner.

Wieland Speer, 63, ist seit Juni 2025 Vizepräsident Sportentwicklung. Ihm zur Seite stand bei dem Interview Armin Zeh, TTF Kisslegg, Beauftragter mini-Meisterschaften im Verband. Vom Fachausschusses Engagementförderung des Verbandes wurde der heute 49-Jährige einst zum "Engagierten des Monats" gekürt. 

In wenigen Wochen, am Samstag, 9. Mai, findet im südbadischen Ringsheim (Bezirk Ortenau), direkt vor den Toren des Europa-Parks Rust, das Verbandsfinale der mini-Meisterschaften statt. Wer darf sich darauf freuen?
Vor allem natürlich die qualifizierten Kinder, die sich über Orts- und Bezirksentscheide durchgesetzt haben. Für viele ist es ein echtes Highlight, erstmals an einem größeren Turnier teilzunehmen. Aber auch Eltern, Betreuer und Vereine dürfen sich auf spannende Wettkämpfe und viele emotionale Momente freuen.

Für wen könnte ein Besuch außerdem reizvoll sein?
Für alle Tischtennis-Interessierten – egal ob aktive Spieler, Trainer oder einfach Sportbegeisterte. Gerade für Vereine bietet sich die Gelegenheit, zu sehen oder zu erfahren, wie Nachwuchsarbeit funktionieren kann, und vielleicht selbst neue Ideen mitzunehmen. Denn vor Ort sind viele erfahrene Trainer und Funktionäre, die gerade mit Kindern und Anfängern schon viel erreicht haben.

Müsste man die mini-Meisterschaften erfinden, wenn es sie nicht gäbe?
Ganz klar: ja! Sie sind ein einzigartiges Format, das seit Jahrzehnten super funktioniert. Kaum ein anderes Angebot schafft es so gut, Kinder ohne Leistungsdruck an den Sport heranzuführen und gleichzeitig Talente zu entdecken. 

Gewinnen Vereine durch Ortsentscheide tatsächlich Nachwuchs?
Definitiv. Viele Vereine berichten, dass sie durch die Ausrichtung neue Kinder für den Trainingsbetrieb gewinnen konnten. Die mini-Meisterschaften sind oft der erste Berührungspunkt, und daraus entsteht nicht selten eine langfristige Mitgliedschaft. Vor vielen Jahren gab es sogar eine empirische Studie, die einen Anteil von zehn bis 15 Prozent neuer Mitgliedschaften nach einer mini-Meisterschaften-Teilnahme ermittelte - über alle Ortsentscheide auf Bundesebene hinweg.

Wie sehen die Zahlen in der laufenden Saison aus?
Die Entwicklung ist weiterhin positiv. Es wurden im Verband 130 Ortsentscheide durchgeführt, jeder einzelne ist ein Beitrag für unseren Sport. Auch wenn die Zahl der Ortsentscheide in den letzten Jahren leicht schwankt, bleibt die Teilnehmerzahl auf einem erfreulich hohen Niveau. Das zeigt, dass das Interesse am Tischtennis bei Kindern nach wie vor groß ist.

Wo finden besonders viele Entscheide statt – und wo gibt es weiße Flecken?
Traditionell sind die Ballungsräume und Regionen mit aktiven Vereinsstrukturen stark vertreten. In ländlichen Gebieten oder dort, wo Vereine fehlen oder weniger Ressourcen haben, gibt es noch Potenzial. Hier gilt es, gezielt zu unterstützen. Im Verbandsgebiet ist der Bezirk Hohenlohe Spitzenreiter mit 24 Ortsentscheiden. 

Wie viele Kinder sind für Ringsheim qualifiziert?
Beim Verbandsfinale treten die Bezirkssieger der drei Altersklassen an. Das sind bei 21 Bezirken, wenn alle kommen, genau 126 Kinder. Insgesamt eine überschaubare, aber leistungsstarke Gruppe, die sich auf hohem Niveau misst. Wir hoffen, dass Kinder, die nicht kommen können, sich rechtzeitig abmelden, damit wir dann “Ersatz-Minis” einladen können.

Was empfiehlst Du Eltern, deren Kinder es nicht bis zum Verbandsentscheid geschafft haben?
Dranbleiben! Der Spaß am Sport steht im Vordergrund. Ein Vereinstraining bietet viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Ein erster Platz ist schön, aber nicht alles. Entscheidend ist die Freude an der Bewegung und am Spiel. Außerdem gibt es im Tischtennis viele andere Aktionen und Wettkämpfe.

Ist die aktuelle Regelung zur Teilnahme sinnvoll?
Ja, sie ist sehr sinnvoll. Sie stellt sicher, dass wirklich Anfänger und noch nicht im Spielbetrieb aktive Kinder am Ortsentscheid teilnehmen. Gleichzeitig ermöglicht sie auch Vereinsmitgliedern bis zwölf Jahre ohne Spielberechtigung den Einstieg – eine gute Balance.

Welche Rolle könnten Schulen künftig übernehmen?
Hier haben wir tatsächlich noch Nachholbedarf. Mit dem Recht auf Ganztag ab dem neuen Schuljahr 26/27 werden Schulen noch wichtiger als Partner für den TTBW und die Vereine. Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen können helfen, Kinder frühzeitig für den Sport zu begeistern und regelmäßige Bewegungsangebote zu schaffen. Ab der neuen Saison wird viel Neues probiert werden.

Kann die Teilnahme sogar der erste Schritt zum Nationalspieler sein?
Absolut. Einige erfolgreiche Spielerinnen und Spieler haben bei den mini-Meisterschaften angefangen. Natürlich ist es ein weiter Weg, aber hier wird oft der Grundstein gelegt – mit Begeisterung, ersten Wettkämpfen und dem Gefühl: ‚Das macht mir Spaß, das will ich weitermachen.‘

 

Info: Austragungsort des Verbandsfinales ist die Kahlenberghalle, Prälat-Schofer-Straße 1, in Ringsheim. Zuschauer sind herzlich willkommen. Die Halle ist gut per Bahn (Bahnhof Ringsheim) wie auch über die Autobahn A 5 erreichbar (Ausfahrt Ettenheim/Ringsheim). 

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