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Hintergrundberichte   Pressemitteilung  

Serie „Menschen in TTBW“ (18): heute Peter Binninger, SC Konstanz-Wollmatingen

„Bald 12 statt 21 Bezirken: Jetzt fehlt halt nur noch, dass auch Nordbaden mitmacht“

Peter Binninger, geboren am 9. April 1957 in Freiburg, hat nach dem Besuch des Gymnasiums in Freiburg Mathematik studiert. Beruflich war er als IT-Projektleiter tätig, inzwischen ist er Rentner. Heutiger Wohnort: Konstanz. Sein Verein: der SC Konstanz-Wollmatingen. Binninger ist verwitwet und hat einen Sohn.

Hast du eine Übersicht über all deine Ehrenämter?

Ja, natürlich. Derzeit sind es drei. Seit 2006 bin ich Bezirksjugendvorsitzender im Bezirk Bodensee, früher unter der Bezeichnung Bezirksjugendwart. Seit etwa sechs Jahren engagiere ich mich für den Dorfladen in unserem Ort. Und seit einem Jahr leite ich eine Selbsthilfegruppe für eine spezielle Krankheit.

Welcher Ehrenamtsjob macht am meisten Spaß – und warum?

Mein Amt als Bezirksjugendvorsitzender macht mir am meisten Spaß, weil ich hier sehr viel Erfahrung habe und, gerade in der aktuellen Umbruch-Phase, vieles gestalten kann.

Wie kamst du zu deinem allerersten Ehrenamt? Hat dich ein bestimmter Mensch motiviert oder ein bestimmtes Thema?

Als der Tischtennisverein, in den mein Sohn mit sieben Jahren eingetreten ist, plötzlich ohne Trainer dastand, weil der bisherige Trainer aus Altersgründen aufhören musste, fand sich zwar eine Lösung für das Training, aber es fehlte jemand, der die Jugendmannschaften und die Teilnahme der Jugendlichen an Turnieren organisieren konnte. Ich habe mich dann bereit erklärt, das Amt des Vereinsjugendwarts zu übernehmen. Das war 2003. Beim nächsten Bezirkstag wurde dann ein Pokalspielleiter gesucht, da habe ich mich auch gemeldet. Und so kam eines zum anderen. 2004 habe ich für zwei Jahre die Posten des Bezirkspressewarts und des stellvertretenden Bezirksjugendwarts übernommen. 2006 habe ich dann mit dem amtierenden Bezirksjugendwart getauscht: Ich wurde Bezirksjugendwart, er mein Stellvertreter. Im selben Jahr habe ich den Posten des Abteilungsleiters Tischtennis in meinem Verein FC Wollmatingen übernommen.

Wie viele Stunden investierst du in der Regel pro Woche in das oder die Ehrenämter?

Beim Tischtennis ist es sehr unterschiedlich. Wenn nichts Besonderes los ist, reicht mir eine Stunde pro Woche. Fünfmal im Jahr leite ich ein Jugendturnier, da fallen dann mit Vor- und Nachbereitung etwa jeweils zwei Tage Aufwand an. Und einmal im Jahr mache ich die Mannschaftseinteilung und organisiere den Jugendbezirkstag. Das sind dann auch noch mal etwa zwei Tage. Für den Dorfladen investiere ich, seit ich Rentner bin, etwa ein bis zwei Stunden pro Tag.

Was ist für dich der besondere Reiz eines Ehrenamtes?

Das Organisieren von Turnieren und die Einteilung der Spielklassen macht mir am meisten Spaß. Sehr interessant finde ich derzeit den Prozess der Bezirksreform. Wir haben hier in unserer Region die Anforderung, dass wir aus bisher drei Bezirken einen neuen Bezirk bilden, wobei zwei Bezirke aus Südbaden kommen und einer aus Württemberg. Da waren zu Beginn noch viele Fragen offen. Aber so nach und nach konnten wir für alles eine gute Lösung finden. Ich habe mich in dem Fusionsprozess stark engagiert, unter anderem habe ich unsere neue Bezirksordnung geschrieben und mit allen Beteiligten abgestimmt. Gerade auch im Jugendbereich mussten wir einiges anders organisieren, als es bisher war. Das alles hatte und hat für mich einen besonderen Reiz.

Dann kommt noch ein drittes Thema dazu, das mich immer wieder reizt: Ich habe vor einigen Jahren, als im Bezirk ein neuer Bezirksvorsitzender gewählt wurde, das Archiv des ehemaligen Vorsitzenden übernommen und ziemlich viel davon abgetippt und als digitales Bezirksarchiv ins Internet gestellt. Den Bereich des Mannschaftssports habe ich dann auch auf Südbaden und teilweise ganz Deutschland ausgeweitet. Es macht mir immer wieder Freude, wenn ich in diesem Bereich Lücken schließen kann.

Hat dir der Sport oder das Ehrenamt auch im Beruf genutzt?

Nein, da gibt und gab es keinen Zusammenhang.

Wie oft hast du für deine ehrenamtliche Tätigkeit Lob von Dritten geerntet?

Nach einem gelungenen Turnier oder beim Bezirkstag oder Bezirksjugendtag erhalte ich gelegentlich anerkennende Worte. Auch im Verein haben sich immer wieder Personen bei mir für meine Arbeit bedankt.

Apropos Schmerzgrenze: Wie oft kam schon der Gedanke: „Jetzt reicht’s!“? 

Meinen Posten als Tischtennis-Abteilungsleiter wäre ich gerne schon früher losgeworden. Es hat aber etwas gedauert, bis ich eine Lösung gefunden habe. So einfach hinschmeißen wollte ich nie. Letztes Jahr habe ich dann nach 19 Jahren einen guten Nachfolger gefunden.

Du spielst selbst Tischtennis?

Ich habe eigentlich noch nie im Verein Tischtennis gespielt. Als mein Sohn noch klein war, haben wir ab und zu an einer Steinplatte gespielt, ich hatte auch einmal eine Phase, in der ich mich am Erwachsenen-Training im Verein beteiligt habe. Einmal habe ich sogar an einem Mannschaftsspiel mitgespielt. Aber ich habe mich dann wieder aufs Organisieren beschränkt.

Wie oft spielst du heute?

Ich spiele nur gelegentlich privat mit Bekannten.

Auf welche sportlichen Erfolge bist du besonders stolz?

Da gibt es nichts, worauf ich stolz sein könnte.

Und welche Niederlagen nagen an dir bis heute?

Da gibt es zum Glück auch nichts.

Warum bist du nicht Nationalspieler geworden?

Darauf muss ich wohl keine Antwort geben.

Welches ist für dich der beste baden-württembergische TT-Spieler aller Zeiten?

Da traue ich mir kein Urteil zu. Am meisten interessiert mich derzeit der Werdegang von Kay Stumper, weil ich ihn schon als Dreijährigen spielen gesehen habe. Damals hat ihn seine Mutter mehrmals mitgebracht, als sie bei uns im Verein Trainingsstunden gegeben hat.

Was sollten Vereine tun, um neue Mitglieder, zumal Jugendliche, zu gewinnen?

Trainer ausbilden und ein gutes Jugendtraining anbieten. Dann kommen die Jugendlichen von allein.

Gibt es Tischtennisregeln, die man ändern sollte?

Da sehe ich keinen Bedarf.

Und gibt es Regeln, die man unbedingt einführen sollte?

Da sehe ich auch keinen Bedarf.

Bald gibt es im Verband deutlich weniger Bezirke: 12 statt 21. Ist das gut?

Ja, das ist gut so. Jetzt fehlt halt nur noch, dass auch Nordbaden mitmacht. Da hoffe ich, dass unsere Verbandsführung das Thema weiter mit hoher Priorität angeht.

Was macht rund ums Tischtennis am meisten Freude?

Bei Veranstaltungen treffe ich auch immer wieder alte Bekannte.

Hast du, neben Tischtennis, weitere Hobbys?

Nun, ich wandere gerne. Und seit ich Rentner bin, reise ich auch gerne, suche mir dann meistens für den Urlaub interessante Wandergebiete.

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