Mit dem Erfolg von TTBW-Akteur Steven Kaltenbrunner (TuS Hüfingen) endeten am vergangenen Wochenende die Series Finales im idyllisch gelegenen Grenzau. Ungeachtet des sportlichen Erfolgs – es war der dritte TTBW-Sieg in Folge – blickten alle Teilnehmer und das Organisationsteam auf zwei rundum gelungene Turniertage im Westerwald zurück. Im Anschluss an das Finalturnier unterhielten wir uns mit TTBW-Delegationsleiter Walter Dörling.
Walter, wie sieht das sportliche Fazit aus Sicht der Delegationsleitung aus?
Natürlich hatten wir, wohlwissend um die Punkte im Tischtennisranking, auf die eine oder andere Spitzenplatzierung unter den Top Fünf gehofft, auch wenn bei mancher Favoritenrolle das Turnier natürlich auch erst einmal gespielt werden muss und oft auch die Tagesform den Ausschlag geben kann. Am Ende war es natürlich gigantisch, dass sich gleich drei aus unserem TTBW-Team in die Top Fünf spielen konnten und auch der Sieg wieder nach Baden-Württemberg ging. Bemerkenswert war auch, dass sich alle fünf TTBW’ler für das große Finale qualifizieren konnten. Und zu erwähnen ist auch, dass wie im Vorjahr Wolfgang Krickl das Zünglein an der Waage spielte und mit einem Erfolg über einen der Mitfavoriten aus Bayern den Weg für die TTBW-Kollegen freimachte.
Nach Fuerteventura und Eriskirch ging es nun bei den nationalen Finals erstmals in den Westerwald. Hat sich der Trip gelohnt?
Ein klares Ja. Sowohl beim Qualifikationsturnier in Mülheim-Kärlich als auch beim Finale in Grenzau trafen wir auf eine Top-Infrastruktur, die Gastgeber machten einen Riesen-Job. Hier geht ein besonderes Lob an Jan Hallerbach, den Vizepräsidenten Sport im Tischtennisverband Rheinland/Rheinhessen, der dafür sorgte, dass es den Teilnehmern an nichts fehlte. Natürlich war dann auch das Ambiente in Grenzau super, mit der Bundesliga-Halle gleich neben dem Hotel, mit hervorragendem Essen und einem tollen Wellnessbereich. Ich kann jedem Tischtennisfreund empfehlen, mal einen Lehrgang in Grenzau zu besuchen. Insgesamt fühlten sich alle Teilnehmer an den beiden Tagen pudelwohl.
Zusammen mit Ute Walkenhorst stellst du inzwischen ein eingespieltes Tandem im Bereich des Live-Streamings. Wie viele Stunden wart ihr im Einsatz und gibt es schon Infos zu den Zugriffszahlen?
Wenn man bedenkt, dass wir damals auf Fuerteventura mit einem Handy auf einem Stativ anfingen, bewegte Bilder in die Heimat zu transferieren, befinden wir uns da mittlerweile auf einem hohen, technischen Stand. Ute und ich sind seit etwa zwei Jahren auf diesem Gebiet aktiv, neuerdings sind wir als „Schmetterball TV mit Ute und Walter“ offiziell unterwegs. Bei den Series Finals waren wir insgesamt neun Stunden „on air“, bekamen dabei auch Unterstützung durch die Co-Moderatoren Lena Walkenhorst, Carsten Matthias und Jan Hallerbach. Verbuchten wir auf Fuerteventura noch Zugriffszahlen im niedrigen dreistelligen Bereich, waren es in Mülheim und Grenzau nun 1 070 verschiedene User, die das Endturnier der Race-Serie verfolgten. Es ist schön, dass sich der Aufwand lohnt.
Steht der Austragungsort der Series Finals 2027 bereits fest?
Ja, im März 2027 geht es nach Mallorca, abermals mit 24 Finalisten. Dann ist auch erstmals der Westdeutsche Tischtennisverband mit von der Partie, was unterstreicht, dass die Race-Turnierserie nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Wir haben mit Samuel Amann, einem Drittligaspieler in Spanien, einen ortskundigen Ansprechpartner, mit dem wir gemeinsam die Planungen durchführen. Momentan sind wir dabei, den passendsten Austragungsort auf der Insel auszukundschaften.
Bei solch einem Ausblick lohnt sich wahrlich eine regelmäßige Teilnahme an den Race-Turnieren.
Ja, Mallorca ist natürlich eine Reise wert. Aber viele Race-Spieler haben ja nicht allein das Bundesfinale im Fokus, vielmehr werden die kompakten Turniere als tolle Ergänzung zum regelmäßigen Wettkampfsport gesehen. Sicherlich gibt es den einen oder anderen positiv Tischtennisverrückten, der viele Race-Turniere bestreitet, aber auch für Jugendspieler, die sich weiterentwickeln möchten, ist das Format geeignet. Trotzdem möchte ich an alle Spielerinnen und Spieler appellieren, weiterhin das Wir-Gefühl in den Vereinen nicht zu vernachlässigen und auch weiterhin an den Punktspielen mit der eigenen Mannschaft teilzunehmen. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Gerne stehen unser TTBW-Race-Beauftragter Martin Sebald und ich für Vereine zur Verfügung, die erstmals ein Race-Turnier ausrichten möchten. Das ist kein großer Akt. Mein Motto für das nun neue Jahr lautet: Lasst uns ein tolles Race-Jahr 2026 miteinander verbringen, aber den Vereinssport nicht vernachlässigen!
Das Interview führte Thomas Holzapfel.







