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TTF Neckartenzlingen

Jugendarbeit par excellence

Bei den TTF Neckartenzlingen wird nichts dem Zufall überlassen

So ziemlich alle Vereine beschäftigen sich im Verbandsgebiet – mehr oder weniger - mit dem Thema Nachwuchsarbeit. Dabei gehen die Ansätze und Ideen vielerorts auseinander. Es gibt Vereine, die wenig Möglichkeiten in der Förderung von Jugendlichen sehen und oftmals in äußeren, gesellschaftspolitischen Umständen die Gründe sehen, warum man diesbezüglich im Verein kaum aktiv werden kann. Und es gibt Vereine wie die TTF Neckartenzlingen, die sich dem Thema Nachwuchsförderung intensiv und mit höchster Priorität widmen. Und das mit durchschlagendem Erfolg.

„Ohne Jugendliche hat ein Verein keine Zukunft, der Nachwuchs steht bei uns im Vordergrund“, sagt Stefanie Bils, die im vergangenen Jahr die Jugendleiterposition bei der TTF Neckartenzlingen im Bezirk Esslingen übernommen hat. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Helmut Großmann, der das Amt vor ihr innehatte, hat sie sich schon vor geraumer Zeit zum Ziel gesetzt, die Jugendarbeit im Verein auf gesunde Füße zu stellen.

Wobei diesbezüglich bereits in der Vergangenheit eine gute Grundlage geschaffen wurde, bei insgesamt acht Herren- und zwei Damenteams gelang es den Neckartenzlingern schon öfter, eigene Jugendliche im 170 Mitglieder umfassenden Verein „hochzuziehen“. Aktuell nehmen sieben Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. „Auf diesen Lorbeeren wollen wir uns jedoch keineswegs ausruhen“, sagt Stefanie Bils, die sich den aktuellen Herausforderungen mit großem Engagement stellt, „wir müssen die Jugendarbeit in vielerlei Hinsicht anders aufstellen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.“

Um an einem nachhaltigen Konzept zu feilen, wurden die Fühler in diverse Richtungen ausgestreckt. So nahm die TTF-Jugendleitung unter anderem mit dem baden-württembergischen Tischtennisverband Kontakt auf, Markus Senft als zuständiger TTBW-Referent für Sportentwicklung führte hierbei eine Vereinsberatung durch. „Die TTF Neckartenzlingen befindet sich mit ihren Aktivitäten auf einem sehr guten Weg“, konstatiert Markus Senft, „so wird auf unterschiedliche Art und Weise nach neuen Talenten Ausschau gehalten. Und meines Wissens ist dies einer der ersten Vereine, der das Thema Kinderschutz und Prävention gegen sexualisierte Gewalt offensiv angeht.“ Stefanie Bils konkretisiert dies: „Gerade junge Mädchen haben bei diesem Thema Horrorgeschichten im Kopf. Deswegen haben wir eine Schutzbeauftragte benannt, die bei Fragen oder Problemen zur Verfügung steht. Alle unsere Übungsleiter können zudem ein polizeiliches Führungszeugnis aufweisen. Mit dem entsprechenden Kinderschutz-Gütesiegel wollen wir dann beispielsweise auch auf unserer Homepage belegen, dass dieses Thema bei uns sehr hoch angesiedelt ist.“

Hinsichtlich der Talentgewinnung will man zukünftig alle vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen. In der Zeit vor Corona nahmen bei den Tischtennisfreunden knapp dreißig Kinder im Alter von vier bis siebzehn Jahren regelmäßig an den Übungsstunden teil. Woran sich bis heute nichts änderte. „Da wir einer der ersten Vereine waren, die um die Pfingstzeit in die Halle durften, konnten wir sogar noch ein paar neue Gesichter bei uns begrüßen“, sagt Stefanie Bils, die im gleichen Atemzug auf die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kommune verweist. „unser Schutz- und Hygienekonzept ist bei der Gemeinde gut angekommen.“ Die Tischtennis-AG mit der angrenzenden Grundschule unter Leitung der TTF Neckartenzlingen soll zukünftig auch auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet werden. Auch die Projekttage der Schule wurden vereinsseitig intensiv unterstützt, dort konnten die Jugendlichen das Tischtennisabzeichen erringen. „Gerade im U 12-Altersbereich müssen wir schauen, dass es uns gelingt, neue Talente für unseren Verein zu gewinnen“, sagt die 41-jährige und ergänzt: „Viele Kinder haben heutzutage koordinative Defizite, sie beschäftigen sich viel mit Computern und Handys, aber die Bewegung kommt oftmals zu kurz. Wir stehen bereits in regem Austausch mit den Kigas und Schulen, aber das Virus hat uns da zuletzt etwas ausgebremst.“ Zuletzt nahm Stefanie Bils, die im Rahmen eines Kindergartenprojekts auch als Ernährungsberaterin fungiert, am Web-Seminar des Deutschen Tischtennisbundes „Tischtennis mit Spiel und Spaß für Vorschulkinder“ teil, zum Ende des Jahres ist zusätzlich eine Kooperation mit der Heidelberger Ballschule anvisiert.

Auch den sozialen Medien steht der Verein offen gegenüber, der auch eine eigene Instagram-Seite betreibt. „Wir verschließen uns nicht vor dem Internet, aber das Ganze muss durchdacht und gut koordiniert sein“, meint Stefanie Bils. „Neben einem eigenen Instagram-Profil haben wir auch einen Internet-Blog angelegt, der die Kinder dazu einlädt, zusammen mit ihren Eltern Gymnastikübungen durchzuführen.“

Sich breit aufstellen und ein offenes Ohr für innovative Aktionen haben, das ist das Ziel der TTF-Jugendleitung. Dies soll hauptsächlich durch das Engagement der eigenen Mitglieder gelingen. „Wir planen nicht, unser Geld für externe Kräfte auszugeben, lieber investieren wir in die Fortbildung der eigenen Mitglieder und jungen Leute“, gibt Stefanie Bils die Devise vor. So kann Helmut Großmann inzwischen die Trainer-C-Lizenz und die Übungsleiter-B-Lizenz im Bereich der Prävention vorweisen. Um jungen Spielern den Übergang ins Erwachsenenlager zu erleichtern, scheut sich Helmut Großmann auch nicht, sich einen Sperrvermerk zu verpassen, um mit den Jungs in einer Mannschaft spielen zu können. Auch Sohnemann Marc (18) hat inzwischen mit der C-Lizenz den Einstieg in die lizenzierte Trainertätigkeit geschafft. Philipp Wurster, zweiter Vorstand des Vereins, ist ebenso im Jugendtraining aktiv wie zahlreiche Ersatztrainer aus dem Erwachsenenlager. „Unsere Kinder sollen die Möglichkeit haben, zumindest zwei Mal pro Woche trainieren zu können. Schon seit längerem übernehmen erwachsene Spieler Patenschaften von Jugendmannschaften, fungieren dabei als Trainingspartner, Mannschaftsführer und Koordinatoren“, beschreibt Stefanie Bils das Konzept. Dabei wird das Hauptaugenmerk nicht zwingend auf den schnellen Erfolg gelegt. „Vielmehr ist Nachhaltigkeit gefragt und die Kinder sollen unabhängig von der Spielstärke individuell gefördert werden“, so Bils, die selbst Mannschaftsführerin der neu gegründeten zweiten Damenmannschaft in der Kreisliga ist. „Früher war ich nur Zuschauer. Letztes Jahr entwuchsen einige Mädchen dem Jugendalter, worauf wir eine zusätzliche Mannschaft gründeten. Um diese personell aufzufüllen, stieg ich dann auch aktiv in den Sport ein.“

Ein Grillfest für engagierte Vereinsmitglieder, diverse Freizeiten mit den Jugendlichen, Fortbildungen der Württembergischen Sportjugend zum Thema Teambuilding, Übernachtungen in der Halle, Nachtwanderungen – das Aktionsfeld der TTF Neckartenzlingen ist vielseitig. „Zuletzt war eine Reise ins Legoland geplant, aber hier machte uns leider Corona einen Strich durch die Rechnung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagt Stefanie Bils und blickt mit Optimismus nach vorne.

Ohne Zweifel, die TTF Neckartenzlingen ist momentan hervorragend aufgestellt und ist mit großem Einsatz bemüht, die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft richtig zu stellen. In vielerlei Hinsicht nimmt der Verein hierbei eine Vorbildfunktion ein.

Für Rückfragen steht Stefanie Bils gerne unter der E-Mail-Adresse eidechse1979(at)gmail.com oder telefonisch unter 0151/25724225 zur Verfügung.


Bericht:
Thomas Holzapfel

Fotos: TTF Neckartenzlingen

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