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Sportentwicklung

Im Interview: Volker Arnold

Fotograf mit Leib und Seele

Öffentlichkeitsarbeit lebt von den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die verlässlich Veranstaltungen besuchen, um Fotos und/oder Artikel zu schreiben. Einer dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter ist der Hobbyfotograf Volker Arnold. Der 62-jährige aus Mönsheim im Kreis Ludwigsburg besucht regelmäßig Veranstaltungen in ganz Baden-Württemberg und ist den Spielerinnen und Spielern sowie geneigten Lesern für seine tollen und hochwertigen Aufnahmen bekannt. Grund genug, uns einmal näher mit Volker zu unterhalten.

Hallo Volker, vielen Leserinnen und Lesern bist du durch die Veranstaltungen bekannt, wenn Du unermüdlich Fotos schießt. Andere kennen vielleicht nur Deinen Namen durch die Nennung unter den Fotos. Bitte stelle Dich doch zunächst kurz vor.

Mein Name ist Volker Arnold und ich bin 62 Jahre alt. Im Alter von 17 Jahren habe ich im Schützenverein mit dem Schießsport angefangen.  Allerdings ging mir diese Sportart ziemlich in den Rücken, so dass ein Ausgleich her musste. Dieser Ausgleich fand in Form von Tischtennis statt. Aber sehr ausdauernd war ich in dieser Hinsicht wohl nicht, denn beides habe ich nach kurzer Zeit wieder sein lassen. Dann war eine Weile Pause, denn der Beruf und etwas später die Familie rückten in den Vordergrund. Mit 30 habe ich die Abendschule besucht und die Meisterprüfung im Maschinenbau abgeschlossen. Zu dieser Zeit hatte ich bereits zwei Söhne und unsere Tochter war unterwegs. Jetzt kam ganz allmählich das Fotografieren ins Spiel. Von meinem Vater bekam ich die ersten Tipps und er schenkte mir auch seine gebrauchte Kamera mit einem Objektiv. Mehr und mehr hat sich in den folgenden Jahren das Fotografieren zu einem Hobby entwickelt. Im Alter von ungefähr 40 Jahren sprang der Tischtennis-Funke wieder auf mich über und ich besuchte das Training in meinem Heimatverein, der SpVgg Mönsheim. Hier habe ich ungefähr zehn Jahre lang in den untersten Spielklassen gespielt. Mönsheim hat in der Zeit einige größere Veranstaltungen ausgerichtet und da hatte ich meine Kamera immer dabei gehabt. Spieler wie Bastian Steger oder Dimtrij Ovtcharov waren in Mönsheim vor Ort und ich fing an, mich etwas auf diese Sportart zu spezialisieren. Mein Vater hatte zuhause eine Dunkelkammer und ich fuhr zwischen den Spielen nach Hause und er entwickelte die Filme. Dann hab ich schon während der Spiele erste Fotos mitgebracht und an einer Wand aufgehängt. Anfang 2000 ging es dann mit der Digitalisierung los. Bei diversen Turnieren habe ich dann digital fotografiert, was am Anfang ziemlich frustrierend war, denn die Kameras waren sehr langsam. Aber Fotos vom Aufschlag oder der Siegerehrung klappten schon ganz gut.

Was ist Deine Motivation und wie kamst Du dazu, TT-Fotos zu schießen?

Ab November 2004 kamen die ersten bezahlbaren Spiegelreflexkameras auf den Markt. Ich habe mir eine Canon 20 D und zwei Objektive angeschafft. Jetzt wurden die Fotos schon besser und man konnte auch die ganzen Aufnahmen gleich auf eine CD brennen. Immer wieder fotografierte ich auf Tischtennis-Veranstaltungen, aber nicht nur die Spieler, sondern auch das Drumherum. Ich machte Fotos von den Schiedsrichtern, von den Helfern und so weiter. Irgendwann im Jahr 2008 kam Hans-Peter Wörner auf mich zu und fragte mich, ob ich mir im Folgejahr vorstellen könne, bei den Tischtennis-Europameisterschaften in Stuttgart als Fotograf für den Verband tätig zu sein. Es gab vor und während der EM zahlreiche Veranstaltungen, zudem war die Erstellung eines EM-Buches geplant. In diesem Jahr habe ich dann Thomas Holzapfel und Thomas Walter und viele andere Leute innerhalb des Verbands kennen gelernt. Ich habe für die EM eine Woche Urlaub genommen und mir von einem Freund eine bessere Kamera ausgeliehen. Jetzt kam eine neue Herausforderung auf mich zu. Ich sollte Fotos zu bereits fertigen Geschichten schießen. Dies war völlig neu für mich, da ich normalerweise Fotos schoss und jemand eine Geschichte dazu verfasste. Das war die Motivation und es wurden in der einen Woche über 5000 Aufnahmen gemacht.

Wie lange dauert die Bearbeitung im Nachgang der Veranstaltung?

Mittlerweile benötige ich für die Bildbearbeitung nicht mehr ganz so lange wie am Anfang. Ich sortiere die qualitativ schlechten und die mehrfach vorhandenen Fotos aus. Die Guten werden dann per Software verkleinert und etwas nachgeschärft, so dass man sie gleich für eine Veröffentlichung im Internet benutzen kann.

Gibt es ein Foto oder eine Veranstaltung, das bzw. die Dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Abgesehen von der EM 2009 in Stuttgart wird mir wohl die WM 2012 in Dortmund ewig in Erinnerung bleiben. Bei zehntausend Menschen in der Halle waren die Emotionen greifbar. Wenn ich an das Spiel der Deutschen gegen Japan denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Nebenher habe ich mehr als einhundert Schiedsrichter bei ihren Einsätzen fotografiert und auch ein großes Gruppenbild erstellt. An jedem Turniertag wurden die Fotos schön sortiert und beschriftet, später wurde für jeden Schiedsrichter eine CD erstellt. Das haben wir dann aber mit mehreren Rechnern gemacht. Im Vorfeld hatte ich schon eine CD-Hülle entworfen und vom DTTB absegnen lassen. Dann bekam jeder Schiedsrichter eine eigene CD mit Buchhülle. Die restlichen Fotos von den zwei Tagen danach habe ich per Download bereitgestellt. Auch hier habe ich eine Woche Urlaub genommen und möchte keinen Tag für etwas anderes eintauschen. Ich wurde auch gefragt, was ich denn für meinen Aufwand bekommen hätte. Nun, reich wird man dadurch nicht, aber man lernt viele neue Freunde kennen, auch unter den Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären. Und man bekommt einen Einblick in das faszinierende große Ganze des Tischtennissports.

Für die Fotonerds unter uns: Mit welcher Kamera fotografierst Du und wie sieht allgemein Dein Equipment aus?

Im Jahr 2004 habe ich mich für Canon entschieden und die Marke seitdem nicht mehr gewechselt. Allerdings, die Kamera und die Objektive sind nicht mehr dieselben wie damals. Für den Tischtennissport benötigt man schnelle Verschlusszeiten, und das auch noch in der Halle, da braucht man lichtstarke Objektive und einen schnellen Autofokus. Verschlusszeiten von 1/1000 erreicht man nur durch hohe ISO-Einstellungen und eine große Blende. Mein Lieblingsobjektiv für Tischtennis ist das 70-200mm-Objektiv von Canon mit Blende 2,8. Ist man mit dem Tischtennissport einigermaßen vertraut, kann man damit gute Fotos machen. Ein Fotograf, der nur kurz zum Finale eines Turniers erscheint und den vermeintlichen Sieger fotografieren will, bekommt die Emotionen lange nicht so eingefangen wie jemand, der sich längere Zeit in der Halle aufhält und zudem noch die Spieler kennt.

Würdest Du Dir wünschen, dass sich noch mehr Menschen für die Öffentlichkeitsarbeit im Tischtennis begeistern können?

Der Bereich Tischtennis benötigt immer Menschen, die den Sport in irgendeiner Art fördern. Sei es durch Berichte oder durch Fotos. Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Leute engagieren und den Tischtennissport populärer machen würden. Mich freut es immer, wenn mich jemand zum Tischtennisthema befragt und ich eine Antwort geben kann. Sehr gerne würde ich mal mit ein paar Interessierten zusammen kommen, da könnte ich mit Tipps und Tricks zur Seite stehen. Vielleicht gibt es ja mal eine schöne Sportveranstaltung, zu der man sich im Vorfeld trifft und etwas über die Sportfotografie fachsimpelt. Dann könnte man gemeinsam beim Event fotografieren und im Nachgang die Ergebnisse besprechen und beurteilen. Wenn ich mir heute Fotos anschaue, die ich vor zehn Jahren erstellt habe, muss ich manchmal schmunzeln. Wenn mir aber keiner gesagt hätte, was ich besser machen kann, dann würden die vielleicht heute noch so aussehen.

Das Interview führte Dirk Lion

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