Geschichte von Tischtennis Baden-Württemberg

Dass die Konferenz von Jalta im Februar 1945 Auswirkungen auf den Tischtennissport in Baden-Württemberg im Jahr 2017 hat, wissen wohl die wenigsten. Auf dieser Konferenz wurde unter anderem beschlossen, dass der Norden von Baden zur amerikanischen Besatzungszone gehört,  Südbaden wurde französische Besatzungszone. Im Jahre 1952, als sich die Länder Baden und Württemberg zusammentaten, hatten sich die meisten Sportarten schon in Verbänden konstituiert – in drei Verbänden, um genau zu sein. De facto sind die Besatzungsgrenzen also noch immer die Sportgrenzen von Tischtennis in Baden-Württemberg.

Versuche, dies zu ändern, gab es bereits in der Vergangenheit. In den 1990er Jahren war es, wie so häufig, die Jugend, welche eine Vorreiterrolle einnahm auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verband: es entstanden gemeinsame Stützpunkte zur Förderung des Leistungssports. Auch in den Bereichen Lehrwesen, Finanzen und Spielordnung fand die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg (ARGE), die sich aus Experten der drei Verbände zusammensetzte, rasch Lösungsmöglichkeiten zur Einigkeit. Doch die Schritte, die über mehrere Jahre unternommen wurden – es fanden beispielsweise auch einmal Baden-Württembergische Einzelmeisterschaften der Damen und Herren statt -, sollten nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Zwar stimmten im Jahre 1995 in Nordbaden und Württemberg große Mehrheiten für die Fusion, doch in Südbaden gab es ein Votum gegen den Zusammenschluss der Verbände.

Die Verantwortlichen steckten dennoch nicht die Köpfe in den Sand. Bereits wenige Jahre später, 1999, fanden über eine ARGE wieder erste gemeinsame Treffen statt.

2009 entstand aus den bisherigen Entwicklungsschritten heraus der Verein Tischtennis Baden-Württemberg e.V.

Im Januar 2017 taten die Verbände einen weiteren Schritt aufeinander. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter der Bezirke und Vereine trafen sich beim Bundesligisten ASV Grünwettersbach, um sich in einem „Kick-Off“ einen Start für die Zeit bis zum geplanten Zusammenschluss 2019 zu geben.

2019 werden die drei Landesverbände dann erneut abstimmen über ein vereinigtes “Tischtennis Baden-Württemberg“, das für viele Spielerinnen und Spieler sowieso schon lange existiert, aber noch nicht in der sportpolitischen Form, wie sich das viele Verantwortliche auf allen Ebenen wünschen.

Tischtennis Baden-Württemberg e.V.